«Seilziehen um die Zukunft von Zürich-West»
Zwei Lager haben konträre Ideen für das Quartier, schreibt die NZZ. Ausserdem in der Presse: der St. Albanteich, klimaneutrale Abfallentsorgung und Berns grösste Wohngemeinschaft.
«In Zürich-West bricht gerade ein schwelender Konflikt um das Gesicht dieses neuen Stadtteils krachend an die Oberfläche», schreibt die NZZ heute. «Die symbolträchtige Arena, in der der Entscheidungskampf stattfindet, ist die Gegend um den Prime Tower, den visuellen Ankerpunkt des ehemaligen Industriequartiers. Wer hier gewinnt, gewinnt überall.» Mitte Juli wurde bekannt, dass dort jener Neubau rechtlich angefochten wird, den die Immobilienfirma Swiss Prime Site anstelle der historischen Maag-Hallen plant. Jetzt wiederholt sich das Gleiche wenige Meter daneben, auf dem Welti-Furrer-Areal, wie die Tamedia-Zeitungen berichten. In der einen Ecke des Rings sieht die NZZ Stiftung Hamasil, «die sich der sozialen und ökologische Nachhaltigkeit verpflichtet sieht.» Sie habe eine Schlüsselfunktion, weil sie vis-à-vis dem Geviert um den Prime Tower eine Überbauung besitzt. Als direkte Nachbarin ist sie einspracheberechtigt. Das hat sie im Fall der Maag-Hallen genutzt, und das nutzt sie jetzt erneut im Fall von Welti-Furrer. «Hinter der Stiftung steht mit dem Holzhändler Martin Seiz ein Unternehmer, der über die notwendigen Mittel verfügt, für seine Überzeugungen durch alle juristischen Instanzen zu gehen. Und der schon mehrfach bewiesen hat, dass er auch willens ist, dies zu tun», schreibt die NZZ. Auf der anderen Ringseite steht laut NZZ Thomas Knecht, der Verwaltungsratspräsident von Welti-Furrer: «Die Rekurrenten unterschlagen eine ganze Menge», zitiert ihn die Zeitung. So würden im Rahmen des Bauprojekts über hundert neue Bäume gepflanzt und versiegelte Flächen geöffnet. Auch punkto Ästhetik ist für Knecht klar: «Die Neubauten bringen eine wesentliche Verbesserung.» Knecht werde von seinen Plänen nicht abrücken, er stehe nicht unter Zeitdruck, weil er das Areal weiter gewerblich nutzen kann. «Für ihn gilt also genau wie für seine Gegenspieler im Ringen um die Zukunft von Zürich-West: Er hat einen langen Atem», schliesst die NZZ.
Weitere Meldungen:
– «Potenzial für Solaranlagen nicht ausgeschöpft»: Im Kanton Zürich sind nicht mal 3 Prozent der geeigneten Flächen sind mit Solarpanels versehen. Der ‹Tages-Anzeiger› berichtet.
– «‹Dalbedyych› fliesst in neuer Frische»: Der St. Albanteich in Basel wurde im letzten Jahr saniert. Nun wurde die Promenade eröffnet. ‹BZ Basel› berichtet.
– «20 Erwachsene, 8 Kinder, ein Haus»: Arbeitsgruppen, Sitzungen, Konsens suchen, das klingt nach viel Aufwand. Sie hingegen finden das Zusammenleben total spannend. Wie funktioniert Berns grösste Wohngemeinschaft? Der ‹Bund› berichtet.
– Die klimaneutrale Entsorgung des Abfalls stellt die Verwerter vor grosse Probleme, schreibt die NZZ: «Abgase lassen sich beim Verbrennen nicht vermeiden, daraus C02 abzuscheiden und zu speichern, ist sehr aufwendig.»
– «Nashville zwischen Modernisierungseuphorie und Trauer über die verlorene Unschuld»: Die ‹Music City› in Tennessee boomt und wandelt sich dadurch tiefgreifend – im Aussehen, aber auch politisch. Ein Bericht in der NZZ.