Seit dreieinhalb Jahren wird über die Sanierung des Zürcher Schauspielhauses gestritten.
Seit dreieinhalb Jahren wird über die Sanierung des Zürcher Schauspielhauses gestritten.

Letzte Debatte um den Pfauensaal

Der Streit um die Sanierung des Zürcher Schauspielhauses dreht sich vor allem um die Symbolik. Die «NZZ» berichtet. Ausserdem in der Presse: Interview mit Manuel Herz und Picknicktuch auf St. Gallen.

Text: Jonathan Jäggi
09.03.2022 10:12

Heute wird der Zürcher Gemeinderat zwischen einem Neubau und einer leichten Sanierung des Pfauensaals entscheiden. Aller Voraussicht legt sich der Rat für eine «Sanierung mit kleinen Eingriffen» fest, schreibt die «NZZ» und fragt nach, wieso es einen Neubau gebraucht hätte. Theater-Praktiker argumentieren, dass es an Nebenbühnen und Stauraum fehle, die Platzverhältnisse klein seien und die Hörbarkeit nicht auf allen Plätzen gewährleistet sei. Und doch blieb der Neubau ein Konzept, das sich lediglich im skizzenhaften Brainstorming einiger Architektinnen und Architekturstudenten materialisierte. Erst nach der politischen Verabschiedung eines Neubau-Plans hätten konkrete Projekte im Rahmen eines Wettbewerbs erarbeitet und diskutiert werden können, schreibt die Zeitung. Ohne Wettbewerb aber fehlte es an visionären Modellen. Die Sorge um historische Sensibilität und Stabilität hat die Kontroverse um die Sanierung der Pfauenbühne dominiert und letztlich wohl entschieden. Jedenfalls manifestierte sich über die Parteiengrenzen hinweg ein konservativer Geist, welcher den altehrwürdigen Pfauensaal zum Brennpunkt historischer Orientierung stilisierte.

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