Beim Novartis Pavillon in Basel erzeugen Solarzellen die Energie, die das bewegte Lichtspiel braucht. Foto: Diovan Shaheri
Beim Novartis Pavillon in Basel erzeugen Solarzellen die Energie, die das bewegte Lichtspiel braucht. Foto: Diovan Shaheri

«Die Architektur verkommt zur Discokugel»

LED-Fassaden erregen die Gemüter, in London genauso wie in der NZZ. Weiter in der Presse: zähes Ringen um Solar- und Windkraftanlagen, Ärger an der ZHdK und KI, deren Strombedarf zum Umweltproblem wird.

Text: Mirjam Rombach
12.02.2024 10:13

Als am Unabhängigkeitstag 2023 in Las Vegas die neue MSG Sphere bespielt wurde, sprachen die Promotoren von «lebendiger Architektur», schreibt die Neue Zürcher Zeitung. Die Fassade des kugelrunden Veranstaltungsortes besteht aus einem gigantischen LED-Bildschirm; seine Leuchtioden können 256 Millionen Farben darstellen. In London plane MSG nun eine identische Leuchtkugel, in Basel sei die Idee der «Mattscheiben-Architektur» von den Architekten AMDL Circle und Michele De Lucchi bereits umgesetzt worden. Doch obwohl die Idee der kugelrunden Architektur bis ins 18. Jahrhundert zurückreiche, werde die Architektur bei der LED-Sphäre «zur zweidimensionalen Oberfläche, zur städtebaulichen Discokugel», so die NZZ. Würden die Lämpchen nicht mehr als Ergänzung zum gebauten Raum gedacht, würde die Fassade als solche überflüssig. «Das Haus delegiert sein Gesicht an die Technik und an die Kunst. Die Architektur ist nicht einmal mehr Kulisse wie in einem Potemkinschen Dorf. Sie hat keine Form mehr und ist bloss Projektionsfläche.»