Das Frauengefängnis auf Giudecca als Standort für Kunst, wie dieser von Maurizio Cattelan.
Das Frauengefängnis auf Giudecca als Standort für Kunst, wie dieser von Maurizio Cattelan.

Beutet der Papst gefangene Frauen aus?

Der Vatikanstaat ist schon lange an der Kunstbiennale in Venedig verstreten. Diesmal provoziert er mit zwei riesigen Füssen an der Mauer eines Frauengefängnisses – und mit den Bedingungen dahinter.

Text: Axel Simon
Fotos: Vatican News
21.06.2024 09:16

In der bz: Auf der Onlineplattform Artnet kritisieren italienische Kuratoren scharf das unethische und unsoziale Verhalten des Vatikans als Arbeitgeber an der Biennale in Venedig. Auslöser ist die Ausstellung des Heiligen Stuhls, «Con i miei occhi» («Mit meinen Augen»), oder besser: ihr Ort, das Frauengefängnis auf Giudecca, der vorgelagerten Insel. Zu sehen ist dort die Kunst im Innenhof, in der Cafeteria und in einer entweihten Kapelle auf dem Gefängnis­gelände. 100 Menschen können sie täglich in kleinen Gruppen und auf Voranmeldung besuchen. Das Bild zweier riesiger nackter Füsse des Künstlers Maurizio Cattelan lockt nach aussen von einer Mauer hinunter.