Hört, hört! #1
Bei der Gestaltung von Freiräumen ist Akustik selten relevant, obwohl sie die Aufenthaltsqualität massgeblich prägt. Doch es gibt Menschen, die sich für eine gute Klangkulisse einsetzen.
Kaum eine menschliche Tätigkeit, die keine Geräusche verursacht: ob wir mit Freunden im Café sitzen oder Sport treiben, telefonieren oder heimwerken, am Laptop tippen oder einfach die Strasse entlanggehen. Geräusche gehören zum Leben; sie zu hören, kann uns bei der Orientierung helfen, uns erfreuen, verblüffen und beruhigen. Oder sie können uns wahnsinnig nerven, vor allem dann, wenn andere sie verursachen. «Der eigene Hund macht keinen Lärm – er bellt nur», soll der Schriftsteller Kurt Tucholsky einmal gesagt haben. Je mehr Menschen auf kleinem Raum zusammenleben, desto mehr potenziell nerviges «Gebell» gilt es zu orchestrieren.
Die drei Orte
Lysbüchelplatz, Basel
Am nördlichen Rand des Basler Stadtquartiers St. Johann wandelt sich das bis anhin industriell genutzte Areal Volta Nord zum durchmischten Wohn-, Gewerbe- und Industriequartier. Im vorwiegend dem Wohnen dienenden Süden des Areals soll dabei bis 2026 der Lysbüchelplatz entstehen. Die 5000 Quadratmeter des künftigen Quartierplatzes sind heute vollständig versiegelt respektive bebaut. Der Kanton nutzt die Chance der Umnutzung, um gut ein Drittel der Fläche zu entsiegeln und über 80 neue Bäume zu pflanzen. Der punkto Klimaanpassung vorbildliche Platz soll den bis zu 2000 Einwohnerinnen und ebenso vielen Arbeitnehmern des neuen Quartiers als Treffpunkt, Veranstaltungs- und Erholungsraum dienen. Die Federführung bei der Platzgestaltung seitens Kanton hat die Stadtgärtnerei Basel-Stadt. Für Entwurf und Planung sind Stauffer Rösch Landschaftsarchitekten, Jessenvollenweider Architektur und der Biologe Martin Frei verantwortlich. Der Grossratsbeschluss über die Umsetzung steht noch aus.
Brünighof, Luzern
Im Luzerner Tribschenquartier, zwischen der Bahnhofzufahrt und dem See, fällt eine runde Gebäudeecke auf. Über den Fenstern des Restaurants steht ‹Brünighof› geschrieben. Die Hofrandbebauung umfasst drei Gebäude, eins davon ist eine ehemalige Fabrik, bei den beiden anderen handelt es sich um Neubauten. Entworfen wurde der Hof von Höing Voney Architekten, die Hofgestaltung stammt von Landschaftsarchitekt Christoph Fahrni.
Zentrumsplatz, Zürich-Affoltern
Zwischen Zehntenhausplatz und Migros Affoltern befinden sich einige Mehrfamilienhäuser der Migros-Pensionskasse sowie Läden, eine Postfiliale und der Quartiertreff, für den ein altes Werkstattgebäude umgenutzt wurde. In einem Mitwirkungsverfahren hat die Stadt Zürich ein Leitbild für die Neugestaltung des Zentrums Affoltern bis etwa 2030 erarbeitet: Hier sollen ein neuer Quartierplatz und ein eher ruhiger Garten entstehen. Die Arbeitsgemeinschaft UNIK Architektur und Studio Vulkan Landschaftsarchitektur hat den Wettbewerb zur Arealüberbauung gewonnen. Die Planung ist eng koordiniert mit dem parallel stattfindenden Projekt ‹Tram Affoltern›, für das der Zehntenhausplatz neu gestaltet wird.

