«Historisches Verständnis ist zentral»: Klaus Ewald zu Hause in seinem «Petit Palais» in der Berner Gemeinde Gerzensee
«Historisches Verständnis ist zentral»: Klaus Ewald zu Hause in seinem «Petit Palais» in der Berner Gemeinde Gerzensee

Dokumentalist des Wandels

Im Rückspiegel erzählt Klaus Ewald (83), der erste und bislang einzige ordentliche ETH-Professor für Natur- und Landschaftsschutz, über sein Engagement für die Schweizer Landschaft.

Text: Maarit Ströbele
Fotos: Urs Walder
13.09.2024 08:00

Ich habe früh zur Landschaft gefunden. An Sonntagen unternahm mein Vater mit uns Kindern Spaziergänge in der Umgebung von Liestal. Wir botanisierten und lernten viele Tiere kennen. Mit zwölf Jahren wurde ich Teil einer Naturbeobachtungsgruppe. Die Faszination für die Natur blieb, und so studierte ich Biologie und Geografie. Für die Doktorarbeit im Elsass musste ich kartieren. Weil ich mich schon damals mit dem Schutz der Natur befasste, wurde mir die Bedeutung der Landschaftsveränderungen bewusst. Während fünf Jahren war ich wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Schweizerischen Bund für Naturschutz (heute Pro Natura). Dank eines Stipendiums des Nationalfonds konnte ich 30 Monate lang Landschaftsveränderungen untersuchen. Die Ergebnisse erschienen 1978 in ‹Der Landschaftswandel. Zur Veränderung schweizerischer Kulturlandschaften im 20. Jahrhundert›.