Oberförster Coaz und das Klima

Im Rätischen Museum in Chur ist eine schöne Ausstellung über Johann Coaz zu sehen. Sie spielt im 19. Jahrhundert und ist ein Lehrstück in Klimapolitik.

Text: Köbi Gantenbein
01.03.2022 09:26

Ich mag eine Ausstellung, wenn sie mich zu Kopfreisen anregt. So «messen, regeln, ordnen – unterwegs im 19. Jahrhundert mit Johann Coaz». Silvia Conzett hat sie im Rätischen Museum eingerichtet. Hingehen! Es bleibt noch Zeit bis zum 27. März. Ich lernte da einen Grossbündner kennen, der diesjahr 200 Jahre alt wird. Johann Wilhelm Fortunat Coaz war Landkartenzeichner, Naturschwärmer, Ingenieur, Alpinist mit über 20 Erstbesteigungen und Eidgenössischer Oberforstinspektor bis er sich mit 92 Jahren pensioniert hat. Coaz ist ein Avantgardist der Klimapolitik. Fragte ich ihn, wie er das Klima schützen würde, gäbe er mir drei Ratschläge:

Musik und Buch

Köbi Gantenbein ist mit seiner «Försterkapelle» auf Tournee mit der Suite ‹Pflanzen will ich und säen, fällen den alternden Stamm – das seltsame Leben des Johann Wilhelm Fortunat Coaz». Nächste Aufführung: Montag, 7. März 19.30 Uhr in der Alpina Lodge, Tschiertschen

Zur Churer Ausstellung ist ein Buch erschienen: Karin Fuchs, Paul Eugen Grimm, Martin Stuber. Nützen und schützen. Johann Coaz (1822-1918), der Wald und die Anfänge der schweizerischen Umweltpolitik. Hier und Jetzt Verlag, Zürich 2021. Paul Grimm stellt in einer Collage aus Coaz’ Tagebüchern dessen Denken und Treiben vor; Karin Fuchs schildert wie der Förster mit seinen Beziehungen den werdenden Bundesstaat mit geformt hat und Martin Stuber zeigt wie Coaz früh nachhaltiges und renditeorientiertes Wirtschaften miteinander zu verbinden versucht hat. Dazu gibt es viele Bilder und Zeichnungen des begabten Landschaften- und Bäumezeichners Coaz.