Regenvorhang und Karyatidenring

In Basel haben Piertzovanis Toews ein Hinterhofhaus fast manisch detailfreudig erweitert. Ihr Dachausbau gewinnt das Kaninchen, den Senn-Förderpreis für junge Architektur.

Text: Palle Petersen
Fotos: Simone Bossi
11.12.2021 08:00

Meistens sind Besichtigungen bei Regenwetter eine Zumutung. Die Finger sind klamm, das Wasser tropft aufs Papier, und die Notizen verfliessen, die Stimmung ist so bedeckt wie der Himmel. Als wir im späten Juli die Juryreise antreten – sechs Häuser auf dem straffen Programm –, sorgt der Regen aber für einen beinahe magischen Moment. Wir stehen im frisch ausgebauten Dachstock eines Basler Hinterhofhauses, über unseren Köpfen rinnt das Wasser, fällt vor dem breiten Schiebefenster in feinen Fäden hinab wie ein Vorhang. Die Tropfen prasseln auf das matt schimmernde Wellblech.

Haus im Hof, 2021
Matthäusstrasse 7, Basel
Bauherrschaft: Christina Stahlberger und Walter Brägger, Basel
Architektur: Piertzovanis Toews, Basel
Vorprojekt bis Baueingabe: GFA Gruppe für Architektur, Zürich
Auftragsart: Direktauftrag, 2019
Bauingenieure: Haller&Partner, Oberwil
Zimmerei: Louis Risi, Münchenstein
Stahlbau: Stamm Bau, Arlesheim
Baukosten (BKP 1–9): Fr. 250 000.—
Geschossfläche: 36 m²

Piertzovanis Toews
Nach dem Architekturstudium an der TU Karlsruhe gingen Ioannis Piertzovanis (35) und Heinrich Toews (39) an die ETH Zürich und danach als Projektleiter zu Miller Maranta und Marques Architekten. Seit 2019 führen sie ein eigenes Architekturbüro in Basel.

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