Dank Körperkraft und unkonventionellen Düsen entstehen im Extrusionsverfahren neuartige Tonstrukturen.
Dank Körperkraft und unkonventionellen Düsen entstehen im Extrusionsverfahren neuartige Tonstrukturen.

Geformter Rhythmus

Für ihre Forschungsarbeit zur Extrusion von Keramik erhält die Produktdesignerin Martina Häusermann eine Anerkennung in der Kategorie Design der ‹Besten 2022›.

Text: Aglaia Brändli
07.01.2023 08:00

Kontinuierlich presst die Maschine weiches Material durch eine Öffnung; das sogenannte Extrusionsverfahren zwingt Materialien in vorgegebene Formen und fertigt perfekte, identische Stränge. Martina Häusermann bricht mit dieser Kontinuität und eröffnet ein vielfältiges Potenzial in der Herstellung von extrudierten Strängen. Mit ihrer Bachelorarbeit an der Hochschule Luzern präsentierte die Produktdesignerin Objektskizzen, die sich aus der Recherche über den Herstellungsprozess und der Beschäftigung mit den Eigenschaften von Ton entwickelt haben. Eigens produzierte bewegliche Aufsätze mit teils unkonventionellen Profilen erlaubten es ihr, mit ihrer eigenen Körperkraft in das Pressverfahren einzugreifen. So rhythmisiert Häusermann die maschinelle Zeichnung des Materials durch unterschiedlich starke und schnelle Bewegungen. Der hybride Produktionsansatz, in dem Bewegungen von Mensch, Maschine und Material gleichermassen eine führende Rolle übernehmen, wird in den Resultaten sicht- und spürbar.

‹Pressed Motion – das Vokabular von dynamischer Extrusion›
Forschung Keramikextrusion, 2021–2022
Design und Entwicklung: Martina Häusermann
Material: Klinkerton

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