Wie eine Flugzeugpiste schiesst der Genfer Stadtstrand vom Quai in den See. Zum Projekt gehören auch ein Restaurant, eine Unterhaltsplattform, ein Bootshafen sowie der Hafen der Berufsfischer.
Wie eine Flugzeugpiste schiesst der Genfer Stadtstrand vom Quai in den See. Zum Projekt gehören auch ein Restaurant, eine Unterhaltsplattform, ein Bootshafen sowie der Hafen der Berufsfischer.

«Ein bisschen Rimini, aber auf Genfer Art»

Das Generationenprojekt ‹Plage des Eaux-Vives› gewinnt den Hasen in Silber. Die Idee für den Genfer Stadtstrand kam den Landschaftsarchitekten beim Apéro.

Text: Silke Schmeing
Fotos: Serge Fruehauf
04.12.2020 07:05

2009 Projektstart, 2020 Eröffnung: Genfs Stadtstrand hat Ihnen einen langen Atem abverlangt. Wie hat alles angefangen?
Marco Rampini: 2006 sassen mein Büropartner Julien Descombes und ich mit Alexandre Wisard vom kantonalen ‹Service du lac, de la renaturation des cours d’eau et de la pêche› beim Apéro in den Bains des Pâquis. Einmal mehr fragten wir uns, warum Genf diesen unglaublich schönen See, aber kaum Bademöglichkeiten hat. Keine der damaligen städtebaulichen Gesamtplanungen nahm diese für Genf grundlegende, städtebauliche und gesellschaftliche Frage auf. Es galt also, eine ganz neue Idee zu etablieren.

Öffentlicher Strand und Hafen Eaux-Vives, 2020
Quai Gustave-Ador, Genf
Bauherrschaft: Kanton Genf, Service du lac, de la renaturation des cours d’eau et de la pêche
Landschaftsarchitektur und Planung Sanitärgebäude (Badehäuschen): Atelier Descombes Rampini, Genf
Architektur Restaurant und Fischereianlage: LLJ, Genf
Bauingenieure: EDMS, Petit-Lancy
Hydrogeologie: Hydro-Géo Environnement, Petit-Lancy
Geotechniker: Karakas & Français, Petit-Lancy
Landvermesser: Adrien Küpfer, Genf
Umweltingenieure: Viridis, Petit-Lancy
Agronomen: Acade, Petit-Lancy
Ingenieure für Sicherheit und Materialwirtschaft: Ecoservices, Carouge
Heizungs- und Lüftungstechniker: JDR énergies, Confignon
Sanitärtechniker: Frédy Margairaz, Genf
Elektroingenieure: Zanetti, Petit-Lancy
Verkehrsplanung: Citec, Les Acacias
Bausumme Hafen und Strand (BKP 1–9): Fr. 67 Mio.

Marco Rampini
Der Architekt Marco Rampini (56) führt seit 2000 mit Julien Descombes das Atelier Descombes Rampini in Genf. Ein Schwerpunkt des Büros sind landschaftliche Projekte an der Schnittstelle zu Architektur, an denen Architekten, Städteplanerinnen und Landschaftsarchitekten interdisziplinär arbeiten.

Yves Bach
Der Ingenieur Yves Bach (51) ist Partner im Ingenieurbüro EDMS in Petit-Lancy. Neben klassischen ingenieurbaulichen Aufgaben sind grosse Renaturierungsprojekte ein Arbeitsschwerpunkt des knapp vierzigköpfigen Teams.

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