Das Einraumereignis
Barão-Hutter Architekten erhalten den Hasen in Bronze für ihre radikale Umnutzung der Alten Reithalle in Aarau. Ein Besuch zwischen zwei Veranstaltungen.
Es dröhnt und surrt schwer, während die Theatermaschinerie mit Dutzenden von Scheinwerfern – aufgehängt an den Balken von 1864 – nach unten fährt. Techniker rufen durch die halbleere Halle. Am Boden stehen ein paar letzte Requisiten, ein Grammophon und einige Holzstühle. So sieht es in einem Theater aus, wenn der Vorhang gefallen ist. Am Vortag, Freitagabend, war die letzte Vorstellung der Eröffnungsproduktion der neuen Spielstätte in Aarau. Mit ‹Tanzhalle Reitpalast. Ein Kaleidoskop› zog der künstlerische Leiter Peter-Jakob Kelting alle Register, von Text über Musik bis Tanz und Bewegung. «Alle fünf Vorstellungen waren ausverkauft, trotz Corona.» Hundert Personen waren in die Aufführung involviert, bis auf Regie und Choreografie allesamt Aargauer Kunstschaffende. Auch ein Laienchor war dabei. Als die Darsteller das Publikum am Ende auf die Tanzfläche baten, mündete die Performance in ein grosses Fest.
Umbau Alte Reithalle, 2021
Apfelhausenweg 20, Aarau
Bauherrschaft: Stadt Aarau; Kanton Aargau
Generalplaner: Arge Barão-Hutter und Ghisleni
Architektur: Barão-Hutter, St. Gallen
Auftragsart: offener, einstufiger Projektwettbewerb, 2012
Baumanagement: Ghisleni Partner, Rapperswil (Mitarbeit: Martin Brunschwiler, Valentina Genini, Kujtim Berisha)
Bauingenieure: Borgogno Eggenberger + Partner, St. Gallen
Holzbauingenieure, Brandschutz: Makiol Wiederkehr, Beinwil am See
Bauphysik, Bauakustik: Studer + Strauss, St. Gallen
HLKS-Planung: Anex, Zürich
Elektroplanung: HKG Engineering, Aarau
Medienplanung: Tingo, Muri
Theater- und Lichttechnik: Theaterplanung, Baar
Lichtplanung: Bartenbach, Aldrans (A)
Konzertakustik: Applied Acoustics, Gelterkinden
Gesamtkosten (BKP 1–9): Fr. 20,45 Mio.
Barão-Hutter Atelier
Ivo Mendes Barão Teixeira (35) und Peter Hutter (37) gründeten 2010 das Architekturbüro Barão-Hutter in St. Gallen. Barão studierte in Porto und Mendrisio, Hutter an der ETH Zürich. Die beiden Architekten wurden 2015 in den BSA aufgenommen.