«Auch im Spital darf es
vergnügliche Momente geben»
Das Kinderspital in Zürich ist heilende Architektur von der Typologie bis zum Baudetail. Deshalb geht der goldene Hase in Architektur an Herzog & de Meuron.
Als man 2012 die Wettbewerbspläne des Kispi sah, war klar: Das wird mindestens spannend. Nun wurde es hervorragend. Schon damals interessierte das Gebäude für Forschung und Lehre weniger als das Akutspital. Fraglos ist der Kontrast reizend. Im Norden der wuchtige Betonturm, der mit den aussenliegenden Fluchtwegen an das Guggenheim von Frank Lloyd Wright erinnert und vor allem Hörsäle, Labore und Büros umfasst. Im Süden der taillierte Gebäudeteppich mit feiner Holzfassade, hinter der all das stattfindet, woran man bei einem Kinderspital denkt: Ärztinnen und Pflegende versorgen Kinder vom ambulanten Notfall bis zum Langzeitaufenthalt. Hier wird gelitten und gespielt, gestorben und genesen.
Kinderspital Zürich, 2024
Lenggstrasse 30, Zürich
Architektur: Herzog & de Meuron, Basel (verantwortliche Partnerin: Christine Binswanger; Projektleitung Akutspital: Mark Bähr; Projektleitung Gebäude Forschung und Lehre: Birgit Föllmer)
Bauherrschaft: Eleonorenstiftung, Zürich
Auftragsart: Zweistufiges Planerauswahlverfahren mit Präqualifikation, 2012
Bauleitung, Kosten, Brandschutz: Gruner Schweiz, Basel
Landschaftsarchitektur: August + Margrith Künzel, Binningen (Entwurf); Andreas Geser, Zürich (Ausführung)
Tragwerk: ZPF Ingenieure, Basel
Tiefbau: EBP Schweiz, Zürich
Bauphysik: Kopitsis, Wohlen AG
Klimatechnik: Transsolar, Stuttgart
Holzfassade: Künzli Holz, Davos Dorf
Fenster: Huber, Herisau; Surber Metallbau, Dietikon
Innere Verglasungen: Springline, Regensdorf
Markisen: Kästli & Co., Belp
Schreinereiarbeiten: Röthlisberger, Schüpbach
Deckenbekleidung Metall: Röösli, Luzern
Deckenbekleidungen Holz: BBF Weber, Fehraltdorf
Baukosten: Fr. 761 Mio.
Geschossfläche: 96 246 m2
Nachhaltigkeitslabel: SGNI Platinum
Christine Binswanger
Die Architektin ist Senior-Partnerin (61) bei Herzog & de Meuron. Sie hat mehrere Krankenhausprojekte verantwortet, darunter die REHAB 2002 in Basel, das Zürcher Kinderspital und die Erweiterung des Basler Unispitals. Ausserdem hat sie weltweit Museumserweiterungen und städtebauliche Projekte sowie hierzulande den Genfer Hauptsitz der Bank Lombard Odier oder die Bergstation Chäserrugg geprägt. Letztere wurde 2015 mit dem Hasen in Bronze ausgezeichnet.
