Swiss Style in New York

Vom 15. bis 20. Mai 2026 bekommt das Schweizer Design am Festival ‹NYCxDESIGN› einen besonderen Auftritt. Gezeigt werden 200 Kurzfilme aus der Basler Grafiktradition der 1960 bis 1990er Jahre.

Text: Urs Honegger
11.05.2026 11:46

Die Ausstellung ‹Frame in Frame - Swiss Design in Motion› zeigt 200 digitalisierte Filme aus der Basler Grafiktradition als begehbare Installation. Ausgangspunkt der Ausstellung ist Schule für Gestaltung Basel, die 1968 Film in die grafische Ausbildung integrierte und so auf neue visuelle Anforderungen, wie bewegte Filmtitel oder Fernseh-Signete, reagierte. Dabei entstanden Arbeiten, die nicht vom Erzählen ausgingen, sondern von Gestaltung, Rhythmus, Wiederholung und Bewegung. Die in New York gezeigten Kurzfilme aus den 1960er- bis 1990er-Jahren verdeutlichen, wie sich Prinzipien des Schweizer Designs früh auch auf das Bewegtbild ausweiteten. «Viele der Basler Filme stehen dem amerikanischen strukturellen Film formal in nichts nach und machen sichtbar, dass sich hier eine eigene, aus der grafischen Ausbildung entwickelte filmische Position herausgebildet hat», sagt Kurator Christian Herren.

Filmstill der Arbeit ‹City› von Peter Millward und Ruth Geshekter.

‹Frame in Frame› zeigt diese Arbeiten als begehbares Design- und Raumkonzept. Der in der Schweiz tätige Künstler Daan Couzijn entwickelt aus einer Auswahl der Filme eine räumliche Anordnung. «Mal bestimmt ein einzelner Film eine Wand, mal überlagern sich Bild und Ton auf mehreren Flächen. Raster, Zeichen, Farben, und typografische Formen geraten in Bewegung – mit rhythmischen Wiederholungen und grafischen Verschiebungen. So strukturieren die Projektionen den Raum selbst», schreiben die Veranstalter in einer Medienmitteilung. Die Möbel der Schweizer Hersteller Lehni, USM, Ruckstuhl und Vitra sind Teil der Installation. Der in New York tätige Designer Ben Ganz hat aus dem Lehni-Regal-System gemeinsam mit Studierenden der Zürcher Hochschule der Künste eine Struktur entworfen, in der Filme direkt in den Aluminiummöbeln gezeigt werden. Das Lausanner Studio Panter&Tourron zeigt mit dem 2024 für Vitra entworfenen Sofa ‹Anagram›, wie Gestaltung veränderbar bleibt. Ergänzend dazu konfigurieren Panter&Tourron eine Bar aus USM-Elementen, die das Prinzip modularer Struktur im Raum weiterführt. Mit ‹Stripes› von Trix und Robert Haussmann, produziert von Ruckstuhl, tritt ein Teppichobjekt in den Raum, dessen gefaltetes Streifenmotiv eine Verbindung zu den bewegten Bildwelten der Filme herstellt. Die visuelle Identität der Ausstellung stammt von der Basler Designerin Julia Schäfer, heute in Brooklyn tätig und Teil des Teams von MoMA PS1.

Filmstill der Arbeit ‹Karrussell› von Andreas Rufer.

Präsentiert wird ‹Frame in Frame› im Rahmen der NYCxDESIGN 2026 vom Schweizerischen Generalkonsulat in New York. Zum dritten Mal in Folge nutzt das Generalkonsulat diese Plattform, um den transatlantischen Dialog im Designbereich zu stärken.

‹Frame in Frame - Swiss Design in Motion›
15.-20. Mai 2026 WSA, 161 Water Street, New York
Im Rahmen von NYCxDESIGN 2026
www.frameinframe.nyc