Schweizer Wolle: Hochleistungsfaser und Abfall zugleich

Wolle ist eine Alleskönnerin – und trotzdem geringgeschätzt. Ein Blick auf Geschichte und Gegenwart zeigt, warum das so ist. Die Zukunft verlangt einen anderen Umgang mit dem wertvollen Rohstoff.

Text: Mirjam Rombach
Fotos: Nelly Rodriguez
26.02.2026 13:59

Die Schweiz ist ein rohstoffarmes Land. Es gibt Ton, Gestein, Salz – und Schafwolle. Mehr als 400 000 Schafeleben hier, jedes bringt jährlich um die 4 Kilogramm flauschigen Rohstoff auf die Waage. Verwertet wird nur ein Teil der Wolle, der Rest landet im Abfall. Gründe dafür gibt es viele. Fast alle haben mit Geld zu tun: Seit der Weltmarkt mit billiger Synthetik geflutet wird, bringt Wolle immer weniger ein. In vorsynthetischer Zeit verdienten Schafhalter*innen damit einen guten Teil ihres Einkommens. Heute kostet die Schur 5 bis 8 Franken pro Schaf. Ein Kilo bester weisser Wolle bringt jedoch nur noch etwa 80 Rappen ein, braune halb so viel. 

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