Bei der Herstellung der Pfeffermühlen von Tale ist Präzisionsarbeit gefragt.
Bei der Herstellung der Pfeffermühlen von Tale ist Präzisionsarbeit gefragt.

Produzieren heisst inkludieren

Hiesige Produkte entstehen oft in Sozialeinrichtungen. Der Industriedesigner Norbert Meier weiss aus Erfahrung, welche Chancen das birgt – und fordert ein Umdenken.

Text: Mirjam Rombach, Susanna Koeberle
Fotos: Guillaume Musset
19.01.2026 08:00

Wer heute einen Designentwurf produzieren lassen will, ist gefordert: Viele Arbeitsschritte finden nicht mehr in der Schweiz statt, weil sie zu viel kosten. Damit konfrontiert wurde auch der Industriedesigner Norbert Meier, als er vor Jahren einen Produktionsort für einen Entwurf suchte. Der Pfannenuntersetzer war zu kleinteilig für herkömmliche Schreinereien, die Stückzahl zu gering. Als Meier sich nach Alternativen umhörte, stiess er auf die Stiftung MBF in der Aargauer Gemeinde Stein, die Menschen mit Unterstützungsbedarf Wohnmöglichkeiten, Ausbildung und Schulung sowie Beschäftigungs- und Arbeitsplätze bietet. «Die Werkstatt bietet genau den richtigen Mix aus Automatisierung und Handarbeit», sagt er, «für einen konventionellen Betrieb sind solche Arbeiten wirtschaftlich kaum machbar.» Meier beauftragte die Stiftung damit, eine erste Serie herzustellen.

Kollektion ‹Stein Made›, 2018
Im Auftrag der Stiftung MBF hat das Designstudio Tale eine Produktelinie für Küche und Tisch entworfen. Um Transportwege auf ein Minimum zu reduzieren, wird ausschliesslich Holz aus lokaler Forstwirtschaft eingesetzt.
Design: Norbert Meier, Tale Designstudio, Basel
Auftrageberin: Stiftung MBF, Stein AG 
 

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