Kleines Heft, schwere Brocken
Auch in seiner neuesten Ausgabe lässt ‹Footnotes› kein typografisches Detail aus. Eine geheftete Liebeserklärung auf 52 Seiten an die Schrift und den Raum dazwischen.
Es ist schon eine Weile her: Wollte man früher eine Nummer oder Adresse finden, nahm man ein schweres Telefonbuch zur Hand – ein dicker Brocken. Die vierte ‹Footnotes›-Ausgabe (Ausgabe D, mit fortlaufender Seitenzahl seit Ausgabe A) fällt glücklicherweise deutlich handlicher aus. Das Heft rund um das Forschungsfeld Schriftdesign kann es mit seiner inhaltlichen Dichte aber durchaus mit einem tausendseitigen Wälzer aufnehmen. Beim Durchblättern fällt eine einzelne lose Seite aus einem niederländischen Telefonbuch heraus (schwarze Schrift auf lachsfarbenem Papier, Kategorie ‹Supermarkten›). Es ist ein Relikt vergangener Tage: Die Schrift ist klein, die Zeilen eng gesetzt, kein Platz wird hier verschenkt – dies gilt auch für das ‹Footnotes› selbst.
‹Footnotes› erscheint in loser Folge. Das aktuelle Heft sowie ältere Ausgaben sind auf www.lapolice.ch erhältlich. Wer die redaktionelle Unabhängigkeit der Publikation unterstützen will, abonniert gleich die kommenden drei Ausgaben (D, E, F). Hinter La Police steht der Genfer Designer und Schriftgestalter Mathieu Christe.