Design als Notwendigkeit (6/7)

Wie arbeiten Designschaffende im Libanon? Die Lichtdesignerin Carla Baz spricht über Widerstandskraft, das von ihr entwickelte Geschäftsmodell und die Tiefe des libanesischen Designs.

Text: Mirjam Rombach
19.05.2023 11:45

Obwohl der Libanon schon immer ein Ort der Kreativität war, hat sich der Beruf des Designers erst in den 1990er-Jahren etabliert. Vorher entwarfen Dekorateure und Architekten die Innenausstattungen und Möbel – abgesehen vom französischen Designer Jean Royère, der 1946 ein Büro in Beirut eröffnete. Karen Chekerdjian, Nada Debs, Marc Baroud und andere bilden die erste Generation, die Produkte nicht als Mikroarchitektur betrachtet, sondern sie konzeptionell hinterfragt und in einen Designprozess integriert hat. Ich gehöre zur zweiten Generation. Wir hatten das Glück, in relativ ruhigen Zeiten aufzuwachsen.

Carla Baz (37) hat in Paris und Lausanne Innenarchitektur und Design studiert. Nach Engagements bei Vivienne Westwood und Zaha Hadid zog sie 2012 nach Beirut, wo sie ‹Carla Baz Lighting› eröffnete. Gemeinsam mit einem Handwerkerteam interpretiert sie Techniken neu, um Produkte mit einer warmen Ästhetik zu schaffen, die sowohl funktional als auch skulptural sind. Baz wurde mehrfach ausgezeichnet. 
 

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