Der Moment zu hüpfen
Die Welt ist im Wandel, und der Designberuf mit ihm. Doch wohin geht die Reise? Und aus welchen Aufgaben und Skills setzt sich das Profil heute zusammen? Zwei Designerinnen wagen den Versuch einer Einordnung.
Ein Sommernachmittag, Noelani Rutz und Margarita Salmerón sitzen im Gartencafé des Museums für Gestaltung Zürich. Koi-Karpfen gleiten durchs Wasser, nebenan brüllt ein Rasenmäher. Die beiden Designerinnen, die sich bisher nicht kannten, werden darüber diskutieren, wie sich die Veränderungen unserer Zeit auf den Designberuf auswirken. Vor dem Treffen haben sie sich auf einen Pool von Stärken, Aufgaben und Skills geeinigt, die sie in ihrem Metier für unerlässlich halten. In einem zweieinhalbstündigen Gespräch soll nun eine gemeinsame Tierlist entstehen.
Noelani Rutz schloss ihr Studium an der ECAL mit Auszeichnung ab und war dort in den folgenden zwei Jahren auch als Lehrassistentin tätig. Nach Engaements bei Shigeki Fujishiro in Tokio und bei Jörg Boner in Zürich konzentriert sich die Produktdesignerin auf ihre eigene Praxis: eine Kombination aus traditionellem Handwerk, Materialforschung und pragmatischen Lösungen. Noelani Rutz (*1996) arbeitet in Zürich.
Margarita Salmerón Espinosa studierte in Valencia Architektur und arbeitete bei Herzog & de Meuron und an der ETH. 2005 gründete sie das Zürcher Designstudio Schindlersalmerón mit. Es entwickelt Serienmöbel und Einzelstücke für den Objektbereich. Das Arbeitsprinzip der Möbeldesignerin (*1971): architektonische Prinzipien auf den Massstab des Produktdesigns und die Gestaltung von Möbeln für spezifische Räume anwenden.
