Lisenen und ein hohes Sims gliedern die Längswände der Kirche St. Franz Xaver in Münchenstein.
Lisenen und ein hohes Sims gliedern die Längswände der Kirche St. Franz Xaver in Münchenstein.

Sachte fürs Auge, stark fürs Ohr

Flubacher Nyfeler Partner haben die Kirche St. Franz Xaver in Münchenstein neu gestaltet. Weniger deutlich erkennbar sind die Eingriffe für eine bessere Akustik.

Text:
Fotos: Tom Bisig
27.08.2020 14:22

Wer die neu gestaltete Kirche St. Franz Xaver in Münchenstein betritt, wird ganz still. Der axial ausgerichtete Raum von 1935 ist wiederhergestellt, die quere Arenakirche von 1971 – im Zuge der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils umgesetzt – gewichen. Der freigespielte Eingangsbereich lockt zum mittig platzierten, schlichten Taufbecken. Dann betritt die Besucherin den Mittelgang und geht auf dem hellen Kalksteinboden auf den Altarbereich zu, der aus dem Chorraum herausgelöst wurde. Dort erheischen, zwei Stufen erhöht, Möbelunikate die Aufmerksamkeit. Das Zentrum gehört dem Altar, der auf die Grundform des Quaders reduziert ist. Wie der Ambo, der Sockel von Tabernakel und das Taufbecken ist er aus dunkelbraunem Eichenholz gefertigt. Das Holz stammt von abgeräumten Bänken der Kirche. Zuhinterst im Chor steht die Orgel, davor ein raumaufspannendes, kunstgeschmiedetes Kreuz. Auch das Chorgestühl ist neu gestaltet und folgt den strengen Geometrien der Möbel im Altarbereich.

Kirche St. Franz Xaver, 2019
Loogstrasse 20, Münchenstein BL
Bauherrschaft: röm.-kath. Kirchgemeinde, Münchenstein
Architektur: Flubacher Nyfeler Partner, Basel
Akustik: Neuhaus Akustische Architektur, Füllinsdorf
Auftragsart: Direktauftrag, 2017
Baukosten (BKP 2): Fr. 1,7 Mio.