Die Kirche St-Nicolas in Hérémence wendet der Hauptstrasse den Rücken zu.
Die Kirche St-Nicolas in Hérémence wendet der Hauptstrasse den Rücken zu.

Hubers Bildschirmreisen – #4: Hérémence Béton

Von allen Kirchen, die Walter Maria Förderer gebaut hat, ist jene im Walliser Dorf Hérémence die eindrücklichste. Es lohnt sich aber, die Fahrt ins Tal fortzusetzen, bis zur Staumauer und zum ‹Ritz›.

Text: Werner Huber
Fotos: Werner Huber (1984, 2007, 2010)
09.04.2020 08:28

René, Simone und François: Wer Ende des zwanzigsten Jahrhunderts in der Oberstufe den Französischunterricht besucht hat, kennt die drei. Im Lehrbuch ‹On y va!› begleiteten ganze Schülergenerationen die Jugendlichen auf ihrer Reise nach Paris. Kapitel für Kapitel lernten wir nicht nur die französische Sprache, sondern auch Paris kennen. Ab Leçon 13 änderten Schauplatz und Protagonisten. René, Simone und François tauchten nur noch sporadisch auf, und anstelle von Paris trat nun eine Tour de Romandie. So hörte ich im Französischunterricht erstmals von einer ‹Cité satellite› in Meyrin bei Genf, einer Raffinerie im neuenburgischen Cressier oder einem unterirdischen See in Saint-Léonard.
Am meisten beeindruckten mich auf dieser Westschweizer Reise die Kirche von Hérémence im Wallis und die Staumauer Grande Dixence. Das war um 1978/79, und ich konnte es kaum erwarten, Kirche und Mauer in Natura zu sehen. 1980 war ich, noch ohne Kamera, erstmals da, und 1984 machte ich mich das zweite Mal auf den Weg ins Val d’Hérémence. Lange vor dem Beginn des Architekturstudium machte ich so Bekanntschaft mit dem Werk eines gewissen Walter Maria Förderer.

Betonskulptur vom Feinsten: der Turm von Förderers Kirche.

Hubers Bildschirmreisen
Die Serie «Hubers Bildschirmreisen» führt in persönlich gefärbten Ausflügen zu verschiedenen Zielen in der Welt. Seit bald vierzig Jahren hält Werner Huber Städte und Gebäude fotografisch fest. Die Sammlung von rund 100'000 Bildern ist der Reisekatalog, aus dem die einzelnen Touren zusammengestellt werden. Es sind alles Amateuraufnahmen, weshalb der Autor um Nachsicht betreffend die Qualität bittet.

Die nächste Folge
Die Bildschirmreise #5 führt voraussichtlich aus dem engen Walliser Tal über den Atlantik in die weite Welt.

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