Ein Vater des Plattenbaus
Als Vorspiel zum Jubiläum 2019 zeigt das Bauhaus Dessau eine Ausstellung zum Werk des Architekten Carl Fieger, der mit Typenbauten und vorfabrizierten Häusern experimentierte und Dessau das Kornhaus hinterliess.
Nur gerade vierzehn Jahre lang existierte das Bauhaus – von 1919, als die Gestaltungschule im thüringischen Weimar gegründet wurde, bis 1933, als es in Berlin die Nationalsozialisten schlossen. Und ohne die politisch erzwungenen Umzüge, erst von Weimar nach Dessau und schliesslich nach Berlin, wäre der legendären Gestaltungsschule wohl nicht einmal ein Jahrzehnt beschieden gewesen.
Der Elan der Kuratoren in Dessau und Berlin (Bauhaus Archiv), den wenigen Bauhaus-Jahren immer neue Themen und Typen abzugewinnen, erinnert bisweilen an die Kunst des versierten Pizzaiolo, einen nicht allzu grossen Teigklumpen durch geduldiges Ausrollen zu einer Pizza von beachtlichen Ausmassen zu machen. Der Belag auf dem Teig war mannigfaltig: Ausstellungsthemen waren Frauen am Bauhaus, das Leben am Bauhaus, das Bauhaus und die Ulmer Schule, Bauhaus-Absolventen im Nationalsozialismus, Bauhaus und die sowjetische Avantgarde. Nicht zu vergessen die zahllose monografischen Ausstellungen zu Lehrenden wie auch den Absolventinnen aus aller Herren Länder.