Seit 2011 entwickeln der Architekt Laurent de Wurstemberger (links) und der Materialingenieur Rodrigo Fernandez Ziegel aus gepresster Erde.
Seit 2011 entwickeln der Architekt Laurent de Wurstemberger (links) und der Materialingenieur Rodrigo Fernandez Ziegel aus gepresster Erde.

«Der Zementanteil ist der Schlüssel»

Das Genfer Start-up Terrabloc presst aus loser Erde harte Ziegel. Im Idealfall vor Ort und aus dem Baustellenaushub. So wurden für ein Schulhaus in Genf erstmals tragende Wände gebaut.

Text: Roderick Hönig
Fotos: Yann Mingard
30.03.2020 12:45

Seit 2011 tüfteln Laurent de Wurstemberger und Rodrigo Fernandez an Erdziegeln. Die unterschiedlichen Wissens- und Ausbildungsrucksäcke der beiden Romands ergänzen sich ideal: Der industrieerprobte Fernandez entwickelt die richtige Mischung und Körnung von Stein, Kies, Lehm, Sand und Silt, gleichzeitig optimiert der Materialingenieur den Produktionsprozess und kümmert sich um die Anforderungen einer Markteinführung. Der Architekt de Wurstemberger befasst sich mit dem Modul beziehungsweise der Modularität des Ziegels, entwickelt Anwendungsmöglichkeiten und akquiriert Projekte.

Laurent de Wurstemberger ist 1975 in Genf geboren. Der Architekt diplomierte 2002 an der Accademia di Architettura Mendrisio. 2011 gründete er zusammen mit Rodrigo Fernandez Terrabloc, daneben führt er ein Architekturbüro in Genf.

Rodrigo Fernandez ist 1979 in Montevideo (Uruguay) geboren und hat 2003 in Lausanne an der EPFL sein Studium als Materialingenieur abgeschlossen. 2009 dissertierte er am Laboratoire des Matériaux de Construction der EPFL zum Potenzial von gebrannten calcium- und magnesiumcarbonathaltigen Mineralien als Zementersatz. Er ist Geschäftsführer von Terrabloc, das er 2011 zusammen mit Laurent de Wurstemberger gegründet hat.

Terrablocs Salon-Suisse- Auftritt an der Architekturbiennale 2016 (deutsch)

Terrablocs Salon-Suisse- Auftritt an der Architekturbiennale 2016 (französisch)

 

Im Video mit Hochparterre erzählt Laurent de Wurstemberger vom Konzept und was Architekten daran besonders interessiert.

 

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