Das zermahlene Paradies
Der Dokumentarfilm ‹Robin Hood Gardens› zeigt die todgeweihten Gebäude der Siedlung im Osten von London – eine Ikone der Nachkriegsmoderne – mit aktuellem und historischem Film- und Bildmaterial.
Bagger reissen eine Siedlung im Osten von London ab. Zur gleichen Zeit stehen Besucherinnen der Architekturbiennale in Venedig vor einem geretteten Fassadenteil derselben. Die Ikone der Nachkriegsmoderne, 1972 fertiggestellt, wird von Intellektuellen gefeiert und zugleich von Investoren dem Erdboden gleichgemacht. Die vom Architektenpaar Alison und Peter Smithson sorgfältig gestalteten Betonfassaden werden zermahlen, die Bäume im grossen Gartenhof gefällt. Der Tragödie letzter Akt nimmt seinen Lauf. Und als wir im Kino den Dokumentarfilm anschauen, existiert ‹Robin Hood Gardens› nicht mehr.
Dokumentarfilm ‹Robin Hood Gardens›
Deutschland, 2022
Regie: Thomas Beyer, Adrian Dorschner
Produktion: Beyer & Dorschner, Leipzig
Schnitt: Anna Baranowski
Kamera: Simone Friedel
Dauer: 90 Min.
