Präzise und lustvoll zugleich: Die Gestaltung der ‹Plaza› im Zürcher Hauptbahnhof in ihrer ursprünglichen Form.
Präzise und lustvoll zugleich: Die Gestaltung der ‹Plaza› im Zürcher Hauptbahnhof in ihrer ursprünglichen Form.

«Das muss einem in einer Ladenpassage erst einmal gelingen!»

In der Hochparterre-Serie ‹Baukultur 1975–2000› regen die Passagen von Trix und Robert Haussmann im Hauptbahnhof Zürich den Architekten Philipp Esch zu ausführlichen Gedankengängen an.

Text: Philipp Esch
Fotos: Werner Huber (1990, 1992)
17.02.2023 09:30

In seinem fulminanten Buch ‹The Public Interior as Idea and Project› untersucht der englische Architekt und Theoretiker Marc Pimlott die Welt der öffentlichen Innenräume. Eine unübersichtliche Welt, die sich klassischen Kategorisierungen – etwa funktionalen oder historischen – entzieht (und vielleicht deshalb nicht die verdiente Wertschätzung erfahren hat). Stattdessen ordnet Pimlott die betrachteten Innenwelten in assoziative Kategorien: ‹Maschine›, ‹Ruine›, ‹Garten›, ‹Palast›, ‹Schuppen›, ‹Netzwerk›. Eine wissenschaftliche Betrachtung ist das nicht – stattdessen nimmt sie die Perspektive des neugierigen Architekten (oder Phänomenologen) ein, der die gebaute Welt als Jäger und Sammler auf der Suche nach Verwertbarem und Inspirierendem durchstreift. Antikes und Modernes, Sakrales und Profanes, Ewiges und Flüchtiges finden in dieser Betrachtung unter derselben Kategorie zusammen und werden vergleichbar. Wie immer im Leben gibt es gerade für die besonders anregenden Beispiele keine exklusive Zuordnung zu einer Kategorie: Der Crystal Palace oder das Centre Pompidou sind Palast, Maschine und Netzwerk zugleich.

Baukultur 1975-2000
Der Schweizer Heimatschutz widmet sich dieses Jahr schwergewichtig den Bauten, die zwischen 1975 und 2000 entstanden sind. In einer Serie lässt Hochparterre Architektinnen und Architekten ein Gebäude aus der Zeit vorstellen, das sie in ihrer Karriere besonders geprägt hat.

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