Abrissgefahr für die Häuser der Pionierin Charlotte Enggist
In Wollishofen steht eines der frühesten Zeugnisse Neuen Bauens in Zürich, erbaut von einer bis vor kurzem unbekannten Architektin: Charlotte Enggist. Nun droht ein Ersatzneubau.
Vor gut zwei Jahren erschien in der Zeitschrift Kunst+Architektur in der Schweiz ein Artikel von Marcel Just und Eliana Perotti. Er trug den Titel «Der Fall (von) Charlotte Enggist. Eine Schweizer Pionierin des Flachdachbaus». Just (ein autodidaktischer Architekturhistoriker, der immer wieder für Überraschungen gut ist) und Perotti (eine erfahrene Forscherin in Sachen «Frauen in der Architektur») hatten mindestens zwei interessante Entdeckungen gemacht: Zuerst einmal, dass die auffällige Häuserzeile an der Albisstrasse 157-161 nicht nur modern anmutet, sondern in der Tat eines der frühesten Zeugnisse des Neuen Bauens in Zürich darstellt. Fotos aus dem Baugeschichtlichen Archiv Zürich belegen die Baujahre 1930/31. Die fünfteilige Flachdachsiedlung entstand also zeitgleich wie die berühmte Werkbundsiedlung Neubühl, die wenige hundert Meter weiter Richtung See liegt.
