ISOS und Verdichtung sind kompatibel
Das ISOS verhindert nicht die Innenverdichtung, aber seine Berücksichtigung in der BZO würde die Direktanwendung entschärfen.
Das Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS) ist ein wertvolles Instrument: Es ist der schweizweit einzige grundsätzlich verbindliche Parameter zum Schutz unserer Baukultur. Liegen mindestens zwei Bundesaufgaben vor, zum Beispiel ISOS und Grundwasserschutz, wird die sogenannte «ISOS-Direktanwendung» ausgelöst. Das Instrument ist deshalb gerade in Stadt und Kanton Zürich von starker Kritik betroffen. Die Medien nutzen die Gelegenheit, gegen den als übermässig empfundenen Schutz des Ortsbilds zu lamentieren. Kantonsplaner Benjamin Meyer warnt, dass die aktuelle Debatte analog der Aufweichung des Lärmschutzes politisch instrumentalisiert werden könnte. Mögliche Lösungsansätze müssen deswegen auf den wirklichen Problemen mit der Direktanwendung fussen, denn die Innenentwicklung ist auch mit dem ISOS möglich.
Der Artikel basiert auf einer Podiumsdiskussion der ZBV, die von Brigitte Nyffenegger und Christian Blum moderiert wurde. Als Gäste diskutierten am 29. Oktober 2024 im Architekturforum Zürich:
- Oliver Martin, Leiter Sektion Baukultur, Bundesamt für Kultur
- Arnold Marti, Dr. jur., Titularprofessor an der Universität Zürich
- Benjamin Meyer, Kantonsplaner Zürich