Wunderliche Form, weiter Raum
Ein vielbeachteter Grundriss in einem aussergewöhnlichen Haus: Mit dem ‹Quirky House› denkt das Architekturatelier Scheidegger Keller die Schweizer Kleinwohnung neu.
Manchmal macht die Architekturgeschichte unerwartete Sprünge. Das zeigt sich etwa an der Ackersteinstrasse in Zürich-Höngg. Hier steht seit Kurzem ein neues Wohnhaus mit sieben kleinen 1½- bis 3½-Zimmer-Wohnungen – die Architekten Christian Scheidegger und Jürg Keller nennen es ‹Quirky House›: ein schrulliges Haus. Seine wunderliche Erscheinung erinnert verschwommen an die fantastischen Bauten des amerikanischen Shingle Styles des späten 19. Jahrhunderts. Natürlich spielt dabei die Schindelverkleidung – unverzichtbar bei den amerikanischen Landhäusern im namengebenden Schindelstil, eher ungewohnt im urbanen Zürcher Kontext – die entscheidende Rolle. Verblüffende Korrespondenzen zwischen dem kleinen Haus an den Hängen in Höngg und den ausladenden Sommerresidenzen in den Weiten von New Jersey, Rhode Island oder Connecticut entdeckt man aber auch in den tiefer liegenden Schichten der Architektur.
Quirky House, Zürich, 2024
Ackersteinstrasse 172, Zürich-Höngg
Bauherrschaft: Stiftung PWG
Auftragsart: Selektiver Wettbewerb, 2019
Architektur: Atelier Scheidegger Keller, Zürich
Landschaftsarchitektur: Ganz, Zürich
Baumanagement: BGS & Partner Architekten, Rapperswil/Zürich
