Au revoir, Tristesse
Die neuen Wohnhochhäuser der Stadt Zürich sind einförmig, trist und unlustig. Woher kommt bloss diese neue Trostlosigkeit in Grau? Ein Kommentar von Axel Simon.
Neulich hat mich ein Journalist per E-Mail um meine Expertenmeinung gefragt: «Ich recherchiere zu der sehr verbreiteten Bauform Flachdach, viereckig, in gedeckten Farben, oft gräulich. Wie wird diese Vereinheitlichung in Fachkreisen diskutiert?» Ich antwortete: gar nicht. Denn diese ideenlosen Bauten hätten weder eine anspruchsvolle Bauherrschaft, noch brauche es dafür Architektinnen. Es gehe dort ausschliesslich um Rendite. Als ich danach am Escher-Wyss-Platz vorbeiging, kamen mir Zweifel. Die zwei Hochhäuser, die dort hinter dem Tramdepot in den Himmel schiessen, sind viereckig und tragen Grautöne.