Evolution des Stadtbaums
Bäume in der Stadt sind unter Druck: Verbreitete Arten wie die Rosskastanie kränkeln und müssen ersetzt werden. Doch wie? Eine Suche nach dem idealen Baum.
Im Sommer 2024 verkündete die Stadt Zürich, dass die 63 Rosskastanien am Zürcher Neumühlequai zugunsten neuer Bäumlein verschwinden sollen. Die rund 100 Jahre alte Allee gegenüber dem Platzspitzpark prägt den Stadtraum und sorgt im Sommer für Kühle. Strassen mit derart grossen und alten Bäumen sind in Zürich mittlerweile eine Seltenheit. Es ist also nicht verwunderlich, dass die Ankündigung sogleich Proteste nach sich zog, bis hin zu einer Petition gegen die Abholzung, die von 12 015 Personen unterschrieben und letzten Herbst dem Stadtrat überreicht wurde. Viele Leute hängen an der grünen Stadt und schätzen die tägliche Präsenz der schattigen Riesen im sonst recht mineralischen Wohnumfeld.
Die Stadtbäume der Zukunft
Die Rosskastanie ist der Stadtbaum schlechthin. Doch heute ist sie den Bedingungen in der Stadt nicht mehr gewachsen. Neue Baumarten müssen also her. Wer diese auswählt, muss Faktoren wie Erscheinungsform, Eignung und Häufigkeit berücksichtigen. Die Baumporträts in diesem Beitrag zeigen fünf Arten, die für die zukünftige Bepflanzung der Schweizer Städte relevant sein könnten. (Mitarbeit: Sascha Ismail)
Studie zur Arterhaltung in Städten
Ismail, S. A., Pouteau, R., van Kleunen, M., Maurel, N., Kueffer, C. (2021): ‹Horticultural plant use as a so‐far neglected pillar of ex situ conservation›. Conservation Letters, 14(5), online zu finden bei der ETH Research Collection.