Ein unerwartet weiter und frischer Blick
Das ISOS gehört weltweit zu den Pionierleistungen des Ortsbildschutzes. Die Architektin und Erfinderin des Inventars, Sibylle Heusser, ist im Alter von 83 Jahren gestorben.
Die Sorgen um das gebaute Erbe der Schweiz wuchs mit dem Bauboom nach dem Zweiten Weltkrieg. Erst am Ende der Hochkonjunktur fiel 1972 mit dem dringlichen Bundesbeschluss der Startschuss, ein Inventar der Schützenswerten Ortsbilder der Schweiz zu erstellen. Der Auftrag für dieses ISOS ging an die junge Architektin Sibylle Heusser. Die 31Jährige war eine analytisch begabte und ausgewiesene Spezialistin für Städtebau. Als Assistentin bei Paul Hofer, dem legendären ETH-Professor und Gründer des Instituts für Geschichte und Theorie der Architektur gta war sie vertraut mit der Erkenntnis, dass die Stadt nicht nur aus Baukörpern, sondern auch aus Zwischenräumen besteht und dass das Charakteristische eines Ortes im Dialog zwischen dem Gebauten und dem Nicht-Gebauten entsteht.