Die zweite Bieler Altstadt
Dies ist eine Geschichte aus der Zukunft, erzählt im Jahr 2050: Wie man in Biel aus einem Abbruchobjekt ein durchmischtes und lebendiges Stück Stadt schuf.
Es war einmal ein Spital. Das lebte von 1930 bis 2020. Dann starb es den langsamen Tod durch Verkehrserstickung, genauer, es wurde aufgegeben, weil es so schlecht erreichbar war. Ein Neubau in der Ebene war besser zugänglich und ersetzte das Konglomerat der Spitalbauten oberhalb der Stadt Biel. Was tun mit den Altbauten im Beaumont? Das war die grosse Frage in den 2020er-Jahren.
Das Spital ist eine Stadt
Zurückgeblieben waren das Gebäudekonglomerat und eine Hypothek. 55 Millionen Franken sei das Grundstück wert, hatte die Beratungsfirma Wüest Partner, heute Nice Intentional Ltd., ausgerechnet. Diese 55 Millionen setzte die Spitalzentrum Biel AG (SZB) in ihre Rechnung, sie sollten der Finanzierung des 200-Millionen-Neubaus dienen. Man dachte mit Immobilienverstand: Das Spital abreissen und auf der Tabula rasa, dem blankgeputzten Tisch, Neubauten hinstellen. Die Lage ist hervorragend – ein Balkon gegen Süden und erst noch mit Alpenblick.
Stadtlabor Biel – Beiträge zur Zukunft der Stadt
Seit Herbst 2022 befindet sich im Erdgeschoss des Bieler Volkshauses das Stadtlabor, eine Initiative der Bieler Fachverbände, der Stadt Biel und der Berner Fachhochschule (BFH). Hier arbeiten Studierende des BFH-Masterstudiengangs Architektur sowie Forschende im Bereich Stadt- und Siedlungsentwicklung. Mit Vorträgen, Podiumsgesprächen und Workshops wendet sich das Stadtlabor an die Öffentlichkeit und trägt zu einem transparenten Diskurs um die Stadtentwicklung bei. Das Spitalzentrum Biel, oberhalb des Stadtkerns im Beaumont-Quartier gelegen, wird in naher Zukunft einen Neubau in Brügg beziehen. Das frei werdende Spitalareal ist ein zentrales Thema im Stadtlabor. Entwurfsstudios und Unterrichtsmodule setzen sich mit der Frage auseinander, wie sich dieser wichtige Stadtbaustein in Zukunft weiterentwickeln kann.