Hans Weiss, zuhause in Bern (Archivbild von 2019)
Hans Weiss, zuhause in Bern (Archivbild von 2019)

Landschaft bis zum letzten Tag

Landschaftsschützer Hans Weiss ist mit 84 Jahren gestorben. Bis zu den letzten seiner Tage hat er gegen die Zumutungen der Gebrauchsschweiz an die Schönschweiz gekämpft – informiert, heiter und oft erfolgreich.

Text: Köbi Gantenbein
Fotos: Urs Walder
22.10.2024 08:41

Schutz der Auen bei Reichenau vor einer Autobahn; Schutz des Mittelprättigaus vor einem Skizirkus; Schutz einer Idylle vor Zweitwohnungen; Schutz der Ebene auf der Greina in der Surselva vor einem Stausee und noch in diesen Tagen Schutz der Waldhaussiedlung in Chur vor dem Abbruchhammer – viel Aufmerksamkeit schenkte Hans Weiss dem Kanton Graubünden. Das auch, weil er teils im Prättigau aufgewachsen ist. Sein Vater Richard war dort Lehrer und hat als Volkskundler die Landschaften und Lebensformen der Alpen erforscht. Hans war ein Büblein als sein Vater im Tessin abgestürzt ist; dessen Denken und Werk hat ihn später geprägt – Landschaft als Ort der Gesellschaft, die sie für ihre Produktion und Reproduktion braucht, und Landschaft, zwecklos schön, ein Ort für Blumen, Bäume, Beeren und Vögel. Von Richard lernte er Werkzeuge des Landschaftsfreundes: Laufen, schauen, spüren, merken und mit den Leuten reden. Richard tat das Schritt um Schritt im «Prättiger Gangwärch», Hans war ein leidenschaftlicher Gangwärcher und wollte nebst der Freude an der Landschaft deren Schutz vor Unsinn und Plünderung.

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