Grüne Pause
Der bronzene Hase für Landschaftsarchitektur geht an einen Schulhof in Bulle, der von einer grauen Einöde in einen biodiversen Verweilort verwandelt wurde.
Ab den 1960er- bis in die 1980er-Jahre entstanden viele neue Schulanlagen. Die dazugehörigen Pausenplätze zeigten oft einen kreativen Umgang mit harten Bodenmaterialien: Stufenanlagen, expressive Pflastermuster, Bodenwellen und Sitzskulpturen aus Beton. Das Grün war meistens weniger zentral: Die Bepflanzung war karg, praktisch und wenig vielfältig. So auch in Bulle. 1971 entstand hier die Sekundarschule mit Sportgebäude. 1994 kam die Mittelschule dazu. Bulle und der südliche Kantonsteil waren so stark gewachsen, dass es mehr Kantons- und Fachmittelschulen brauchte. Der Hof, den sich die beiden Schulen fortan teilten, wurde neu gestaltet, und so entwarf etwa der Künstler Nicolas Rieben eine begehbare Skulptur. Konzentrische Kreise aus Ziegelsteinen mit einer Sitzvertiefung waren in den Asphalt des Platzes eingelassen. Der Platz war kahl und streng geometrisch, wurde von den Schülerinnen aber rege genutzt, in den Pausen, für Aktivitäten der Schule und auch in der Freizeit. Nur vor dem Sportgebäude gab es ein betonumrandetes Beet mit Sträuchern und einem kleinen Baum.
Schulhof Collège du Sud, 2024
Rue de la Léchère, Bulle FR
Bauherrschaft: Gemeindeverband Gruyère, Kanton Freiburg
Landschaftsarchitektur: MG Associés, Vuissens FR
Architektur: RBCH, Bulle FR
Auftragsart: Wettbewerb
Baukosten: Fr. 2,06 Mio.
MG Associés
Das Landschaftsarchitekturbüro mit Sitz in Vuissens FR wurde 2013 von Pablo Gabbay (36) und Pierre Ménétrey (40) gegründet. Es realisiert Projekte im kleinen, aber auch im städtebaulichen Massstab, vom Privatgarten über öffentliche Räume bis hin zu Ausstellungsbeiträgen, unter anderem an ‹Lausanne Jardins 2014›.
