Eine Geste mit Zukunft
Jeanne Reymond haucht mit ihrer ECAL-Diplomarbeit den Capites in den Weinbergen am Genfersee neues Leben ein. Dafür erhält sie den bronzenen Hasen in Design.
Die ECAL, Lausannes Designschule, hat sich in den letzten 20 Jahren einen internationalen Ruf aufgebaut. Ihre Absolventinnen zeichnen sich durch eine auf den globalen Markt gerichtete Perspektive aus, ihre Skills in der Kommunikation der Projekte sind bekannt und geschätzt. Studierende kommen von weit her nach Lausanne, weil sie genau diese Ausrichtung suchen. Und international renommierte Dozentinnen und Dozenten lehren am Lac Léman und teilen dort ihr Wissen und ihre Erfahrung. Jeanne Reymonds Weg ist kürzer. Sie ist in Chardonne aufgewachsen, einem kleinen Dorf 25 Kilometer östlich von Lausanne. Ein Industriedesignstudium an der ECAL war naheliegend und dennoch auch ein Zufall. Nach drei Jahren in der internationalen Atmosphäre der ECAL kehrt sie mit ihrer Diplomarbeit zurück an ihren Geburtsort.
Die Rebberge sind begehrt und geschützt
Der Lavaux, die Region zwischen Vevey und Lausanne, ist bekannt für seine Schönheit. Die Weinbergterrassen oberhalb des Genfersees sind seit 2007 Unesco-Welterbe. Das knapp 900 Hektaren grosse Gebiet ist aber auch der Bauspekulation ausgesetzt, weil es bei einer reichen, internationalen Klientel als Wohnort gefragt ist. Diese lässt sich den atemberaubenden Blick auf See und Alpen viel Geld kosten. Seit 2014 schützt ein kantonales Gesetz die Dörfer und Landwirtschaftszonen, ermöglicht aber in gewissen Zonen auch eine sanfte Weiterentwicklung.
Holzfassadensystem‹Capite›, 2024
Bachelorarbeit ECAL
Recherche und Design: Jeanne Reymond
Jeanne Reymond
Die Welschschweizerin (23) ist in der Gemeinde Chardonne im Weingebiet des Lavaux aufgewachsen. Sie hat an der ECAL in Lausanne Industriedesign studiert und ihr Bachelorstudium mit einer Diplomarbeit über die Capites abgeschlossen.