Rücksichtsvoll: Der Weg schlängelt sich um die Bäume und schützt ihre Stämme mit hölzernen Befestigungen.
Rücksichtsvoll: Der Weg schlängelt sich um die Bäume und schützt ihre Stämme mit hölzernen Befestigungen.

Lineares Waldbad

Der silberne Hase in der Kategorie Landschaftsarchitektur geht an Apaar. Ihr Projekt zeigt, dass intensive Waldnutzung, Erholung und Biodiversität sich nicht ausschliessen.

Text: Roderick Hönig
Fotos: Timothé Beuret
05.12.2024 08:00

Durch das Bevölkerungswachstum in Städten und Agglomerationen geraten Grünflächen in Bedrängnis. Damit steigt auch der Nutzungsdruck auf den Wald, vor allem im Siedlungsgebiet. Wie die Rolle des Waldes als naturnaher Klimaraum, Ort der Kontemplation und auch als gesundheitswirksamer Freiraum gestärkt und ausgebaut werden soll, entscheiden die Gemeinden. Mit einem bescheidenen baulichen Eingriff hat die Genfer Gemeinde Carouge ein kleines, unscheinbares Waldstück erholungswirksamer gestaltet: Aus einem wenig attraktiven Trampelpfad hat sie einen sinnlichen Waldweg gemacht. Der sorgfältige Ausbau zeigt, dass eine intensivere Waldnutzung durch die Menschen nicht zwingend im Widerspruch zu Erholung, Holzproduktion und Biodiversität steht. 

Befestigung und Ausbau Waldweg, 2024
Carouge GE
Bauherrschaft: Gemeinde Carouge (Marie Sagnières, Patrick Dupenloup, François Rebetez, Manuel Gonzalez) 
Landschaftsarchitektur: Apaar (Manon Delajoud, Séraphin Hirtz), Genf
Bauingenieure: Geos (Valentin Drezet), Plan-les-Ouates GE
Geometer: Bernard Schenk, Nyon GE
Bauarbeiten: Scrasa (Maxime Debas), Satigny GE
Kosten: Fr. 820 000.—

Apaar
Das Atelier Apaar wurde 2009 gegründet. Heute führen Raphael Niogret (52), Séraphin Hirtz (42), Thomas Bolliger (55) und Nathalie Mongé (50) (v. l.) die rund 20 Mitarbeitenden. Im Planungsbüro mit Sitz in Genf geben Landschaftsarchitektinnen, Architekten und Stadtplanerinnen dem Sinnlichen durch Beobachten, Zuhören, Basteln und Zeichnen viel Raum.

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