Wisch verliebt: Warum wir Besen schätzen sollten
Zwei Designerinnen haben die Tradition des Besenbindens erforscht. Das daraus entstandene Buch ist eine Liebeserklärung an ein – zu Unrecht – fast vergessenes Kulturgut.
In die Wohnung vieler Mittdreissiger zieht früher oder später ein neuer Mitbewohner ein: ein kleiner, gewiefter Staubsaugerroboter, der einen verspielten Namen wie etwa Rob-Otto erhält. Über die Stilfrage lässt sich streiten. Angesichts seines praktischen Nutzens jedoch gerät eine Schweizer Tradition weitgehend in Vergessenheit – das Fegen kommt uns abhanden. Das bedauert auch der Designer Jasper Morrison: «Von allen sogenannten niederen Tätigkeiten muss das Wischen respektive das Fegen die befriedigendste sein.» Und weiter: «Der Staubsauger auf harten Oberflächen ist ein armseliger Ersatz, der den Frieden der Anwendenden und aller Danebenstehenden oder -sitzenden stört.»
Buch ‹Im Besengebiet/Field of Brooms›
Handbesen aus aller Welt/Hand Brooms Across Cultures
Herausgeberinnen: Flavia Brändle, Margrit Linder
Gestaltung: Studio Ufo und Jan Reimann
Verlag: Christoph Merian, Basel 2025
Preis: CHF 39.— bei Hochparterre Bücher.
Ausstellung: Schweizer Strohmuseum, Wohlen, bis 1. März 2026
