Überall auf der Welt werden Besen geflochten, doch die Technik unterscheidet sich von Region zu Region.
Überall auf der Welt werden Besen geflochten, doch die Technik unterscheidet sich von Region zu Region.

Wisch verliebt: Warum wir Besen schätzen sollten

Zwei Designerinnen haben die Tradition des Besenbindens erforscht. Das daraus entstandene Buch ist eine Liebeserklärung an ein – zu Unrecht – fast vergessenes Kulturgut.

Text: Anna Raymann
Fotos: Guillaume Musset
19.11.2025 14:00

In die Wohnung vieler Mittdreissiger zieht früher oder später ein neuer Mitbewohner ein: ein kleiner, gewiefter Staubsaugerroboter, der einen verspielten Namen wie etwa Rob-Otto erhält. Über die Stilfrage lässt sich streiten. Angesichts seines praktischen Nutzens jedoch gerät eine Schweizer Tradition weitgehend in Vergessenheit – das Fegen kommt uns abhanden. Das bedauert auch der Designer Jasper Morrison: «Von allen sogenannten niederen Tätigkeiten muss das Wischen respektive das Fegen die befriedigendste sein.» Und weiter: «Der Staubsauger auf harten Oberflächen ist ein armseliger Ersatz, der den Frieden der Anwendenden und aller Danebenstehenden oder -sitzenden stört.»
 

Buch ‹Im Besengebiet/Field of Brooms›
Handbesen aus aller Welt/Hand Brooms Across Cultures
Herausgeberinnen: Flavia Brändle, Margrit Linder
Gestaltung: Studio Ufo und Jan Reimann
Verlag: Christoph Merian, Basel 2025
Preis: CHF 39.— bei Hochparterre Bücher.
Ausstellung: Schweizer Strohmuseum, Wohlen, bis 1. März 2026

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