Susanne Bartsch: «Wir werden uns durchsetzen»

Sie gilt als Ikone des New Yorker Nachtlebens und Schutzpatronin der queeren Clubkultur. Nun widmet das Museum für Gestaltung Zürich der gebürtigen Bernerin Susanne Bartsch eine grosse Ausstellung.

Text: Mirjam Rombach
19.06.2025 17:15

Sie braucht keinen Grund, um sich extravagant anzuziehen. «Making the effort» nennt sie es – sich die Mühe machen, andere durch ihr Auftreten zu inspirieren. Als wandelnde Pagode, als Alien oder mit dem aufgerissenen Maul eines Hais anstelle eines Kleides, überlangen Wimpern, die wie Schmetterlingsflügel von den Lidern flattern, Latexglatze oder Pferdefuss-Schuhen. Ihre Kostüme füllen mittlerweile einen ganzen Lagerraum. 40 Jahre lang haben sie Susanne Bartsch durch die Nacht begleitet. Sie gilt als unangefochtene Königin des New Yorker Nachtlebens.

Ausstellung ‹Susanne Bartsch – Transformation!› 
Museum für Gestaltung Zürich, Ausstellungsstrasse 60, 8005 Zürich

Dauer: 20. Juni bis 7. Dezember 2025
Vernissage: 19. Juni, 19 Uhr; ab 22 Uhr Afterparty mit Susanne Bartsch, Club Klaus, Langstrasse 112

Kuration, Projektleitung: Meret Ernst, Zürich
Co-Kuration: Susanne Bartsch & Waleed Khairzada, New York
Kuratorische Assistenz: Adrien Hall
Vorkonzept: Damian Fopp; Anna Niederhäuser, Zürich
Ausstellungsarchitektur: Studio Fumo, Zürich
Ausstellungsgrafik: Skala, Zürich
Plakat: Isabelle Mauchle, Luzern

Susanne Bartsch
Die Stilikone und Partyproduzentin verbindet Mode, Clubkultur und Performance und gilt als Schutzpatronin der New Yorker LGBTQ+-Szene. Geboren und aufgewachsen in Bern, tauchte sie Ende der 60er-Jahre in die Subkultur Londons ein. 1981 zog sie ins legendäre Hotel Chelsea in New York, wo sie bis heute lebt. 1989 gründete sie die ‹Love Balls›, die insgesamt über 2,5 Millionen Dollar im Kampf gegen Aids sammelten. Bartsch war zweimal verheiratet und hat einen Sohn. Sie ist Trägerin des Schweizer Grand Prix Design 2022.