Michael Günzburgers künstlerische Interventionen in den historischen Räumen des Museum Engiadinais lenken den Blick und schaffen neue Bezüge.
Michael Günzburgers künstlerische Interventionen in den historischen Räumen des Museum Engiadinais lenken den Blick und schaffen neue Bezüge.

Ornamentik und Schau-Spiel

Die Ausstellung ‹Ziehe weiter – im Kreis› im Museum Engiadinais in St. Moritz erzählt die Geschichte der geschnitzten Rosetten als Ornament in der sogenannten Volkskunst neu.

Text: Susanna Koeberle
Fotos: Michael Günzburger
01.10.2025 08:00

Rosetten sind ein universelles Ornament in der sogenannten Volkskunst. Auch in den handwerklichen Artefakten aus Schweizer Bergregionen ist das Motiv omnipräsent. Noch heute sind geschnitzte Rosetten in Architektur und Design beliebt – Stichwort ‹Alpenchic›. Meist verkommen diese Objekte jedoch zu inhaltsleerer Folklore oder sind konnotiert mit ‹Heimat›. Solche Begriffe werden der Geschichte des Handwerks allerdings nicht gerecht; wer das Kulturgut auf bestimmte Narrative einfriert, versperrt die Sicht auf die Geschichten dahinter. Aber wie kann man diese Geschichten heute neu erzählen? 

Ausstellung ‹Ziehe weiter – im Kreis›
Museum Engiadinais, St. Moritz; 
bis 24. Oktober, zweiter Teil ab 6. Dezember
Kunst: Michael Günzburger in Zusammenarbeit mit Zita Fahrländer, Forschungsprojekt ‹Druckend denken›
Kuration: Patrizia Guggenheim