Eine universale Sprache finden
Im Rückspiegel erzählt der visuelle Gestalter Bruno Monguzzi (84), wie Kommunikation und Wahrnehmung seinen Werdegang prägten. Im Juni hat er den Schweizer Grand Prix Design erhalten.
In meiner Arbeit möchte ich eine Botschaft präzise vermitteln und damit einen Zweck erreichen. Sinn zu stiften, war mir immer wichtig. Dieser Wunsch reicht bis in meine Kindheit zurück: Mein Vater hatte seine Schreinerei bei uns zu Hause in Chiasso, und ich wollte immer mit ihm «arbeiten». Er war ein erfahrener, geschickter Möbelrestaurator. Mit den Besuchern sprach er oft Deutsch oder Französisch, und ich fühlte mich ausgeschlossen, weil ich nichts verstand. Der Wunsch, eine Sprache zu finden, die alle verstehen, muss schon damals in mir entstanden sein. Als Irene Bernasconi – eine Cousine meiner Grossmutter mütterlicherseits und eine Montessori-Pädagogin der ersten Stunde – mir von Esperanto erzählte, war ich fasziniert.
Aufgezeichnet von Ariana Pradal