Auch Reste können Ressource sein: Der Hocker ‹Leftovers› besteht aus Holzabfällen.
Auch Reste können Ressource sein: Der Hocker ‹Leftovers› besteht aus Holzabfällen.

Ein Hocker zum Klotzen und Kleckern

Einfallsreiche Resteverwertung: Ramona Hess stapelt Holzabfälle zum materialsparenden Hocker ‹Leftovers›.

Text: Anna Raymann
Fotos: Ramona Hess
12.07.2025 08:00

Die originale Redewendung setzt Grosszügigkeit über Sparsamkeit: Nicht kleckern, sondern klotzen. Dass beides geht, zeigt Ramona Hess mit ihrem Hocker ‹Leftovers›. Er besteht aus Holzabschnitten, die in der Fabrikation keine Verwertung mehr finden. Ein Hocker setzt sich aus 100 Teilen zusammen, acht Würfel ergeben ein Stuhlbein. Trotzdem entsteht nicht der Eindruck von Patchwork, denn die präzise Verarbeitung macht aus Einzelteilen eine Einheit. Das gelingt durch die materialschonenden Verbindungen, die das heimliche Herzstück des Objekts sind. Ramona Hess verzichtet zugunsten der Kreislauffähigkeit auf Leim und Schrauben. Stattdessen setzt sie auf Holzschweissen, wobei Dübel durch Rotation in Schwingung gebracht werden. Die entstehende Hitze «verschweisst» die Steckverbindung. 

Hocker ‹Leftovers›, 2025
Design: Ramona Hess
Kooperation: Nyfeler Holzwaren
Masse (Höhe × Breite × Länge): 420 × 300 × 300 mm
Material: Buchenholz

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