Schlichter Ohrenschmeichler
Ein Garten, ein Raum, ein Klavier und 1650 handgegossene Fassadenplatten: Der Musikpavillon von Lorenz und Georg Bachmann braucht wenig, um zu überzeugen.
Eine Pianistin lebte vor einigen Jahren in einem Häuschen inmitten eines verwunschenen Gartens. Ihr grosses Instrument fand in ihrem kleinen Zuhause kaum Platz. So bat sie zwei junge Architekten, ihr ein Musikzimmer zu bauen, in dem sie fortan üben und Klavierunterricht erteilen wollte. Inzwischen hat das Gestrüpp sich gelichtet und das Häuschen ein kleines Geschwister erhalten. Der rechteckige Musikpavillon mit steilem Satteldach steht diagonal versetzt zum Wohnhaus und teilt den Garten in zwei Bereiche: Hinter dem Haus liegt privates Grün, seitlich bildet eine Kiesfläche mit Brunnen den Auftakt zum Pavillon.Dessen Zugangsfassade ist bis auf die schmale Tür mit blauen Schuppen bedeckt.
Musikpavillon, 2020
Langgasse 11, Winterthur
Bauherrschaft: privat, Winterthur
Architektur: Georg Bachmann, Atelier Void, Zürich; Lorenz Bachmann, Zürich, Mitglied der Architekturgenossenschaft C/O
Auftragsart: Direktauftrag, 2018
Bauleitung: Jürg Weidmann, Winterthur
Fassadenplatten: Solanellas Van Noten Meister, Zürich
Akustik: Applied Acoustics, Gelterkinden
Landschaftsarchitektur: Grünbart, Winterthur
