Das Haus am Mühlestutz in Schwarzenburg grenzt sich nicht zur Strasse ab.
Das Haus am Mühlestutz in Schwarzenburg grenzt sich nicht zur Strasse ab.

Hanfkalk hinter bunten Bildern

Raphael Hähni, Jens Knöpfel und Leopold Strobl haben ein Einfamilienhaus mit Hanfkalkwänden gebaut. Das Gebäude zeigt, dass Bauen mit neuen Materialien ganz selbstverständlich sein kann.

Text: Mirjam Kupferschmid
Fotos: Jens Knöpfel
26.07.2025 08:00

Lange stand oben am Mühlestutz in Schwarzenburg nur ein Schweinestall. Von der Strasse aus reichte der Blick über den Siedlungsrand hinaus bis zu den Alpen. Diese Aussicht wollten die drei Architekten Raphael Hähni, Jens Knöpfel und Leopold Strobl nicht verstellen. Mit dem neuen Einfamilienhaus suchten sie deshalb – anders als die benachbarten Häuser – nicht die Abgrenzung zur Strasse, sondern drehten den langen Baukörper in die Parzellenmitte ab. Damit haben sie zwei Aussenräume geschaffen: einen öffentlichen zur Strasse, einen privaten zur Hostet. Das funktioniert vor allem, weil die grosse Fichte an der Strasse das Haus an diesem ungewöhnlichen Ort verankert. Eine zweigeschossige Halle verbindet die Aussenräume, Wohnbereich und Erschliessung, ihre Seitenwände und breite Stützen steifen das Haus aus. Die einfache Struktur und die Halle erlauben es, das Haus bei Bedarf in zwei Wohnungen zu unterteilen.

Haus am Mühlestutz, 2024
Flüehli 2, Schwarzenburg BE
Bauherrschaft: privat
Auftragsart: Direktauftrag, 2021
Architektur: Raphael Hähni, Zürich; Jens Knöpfel, Zürich; Leopold Strobl, Zürich
Bauleitung: Claudia Keller (k+v architekten), Schwarzenburg
Ingenieure: Keller, Schwarzenburg
Baumeister: Schmid Bau, Schwarzenburg
Beratung Bauökologie: Ryszard Gorajek (AAB), Bern
Hanfkalk: Thomas Streule, Mels
Holzbau: Remund, Schwarzenburg
Baukosten (BKP 2): Fr. 1,4 Mio.
Geschossfläche: 364 m2