Einmaliger Bauzeuge aufgetaucht - und vom Abriss bedroht
Eine merkwürdige Geschichte spielt sich in Zürich ab: Was als Rekurs gegen ein Neubauprojekt begann, führte zur Wiederentdeckung einer bauhistorischen Kostbarkeit. Der Abriss droht trotzdem.
An der Freiestrasse 134 und 138 im Englischviertel in Zürich stehen zwei auf den ersten Blick unscheinbare, ältere Häuser. Transparente wiesen zeitweise darauf hin, dass das eine der Häuser besetzt war; später wurde ein Gebrauchsleihevertrag mit den Bewohnerinnen geschlossen. Das andere Haus wird von der Intermezzo Houses AG professionell zwischengenutzt. Dieser «state of limbo» dauert schon länger an. Die Immobilienfirma, die seit 2015 im Besitz der Liegenschaft ist, möchte die Häuser abreissen und durch einen Neubau ersetzen, bislang allerdings erfolglos. Gegen die von der Stadt erteilte Baubewilligung für einen 42 Meter langen Ersatzneubau inmitten eines historischen Quartiers aus Einzel- und Doppelhäuser legten Anwohner Rekurs ein. Sowohl das Verwaltungs- wie auch das Bundesgericht gaben ihnen recht und bestätigten die «fehlende Einordnung in das denkmalpflegerisch wertvolle Umfeld».