Eine neue SAFFA braucht das Land
Die erste Schweizerische Ausstellung für Frauenarbeit jährt sich bald zum 100. Mal. Grund genug für eine Bilanz – und einen offenen Diskurs zur Idee einer dritten SAFFA.
Das Bild vom Eröffnungszug mit der grossen Schnecke hat sich ikonografisch in das kollektive Gedächtnis eingeprägt: Vor bald 100 Jahren fand auf dem Viererfeld in Bern die erste Schweizerische Ausstellung für Frauenarbeit (SAFFA) statt. Der Anlass im Jahr 1928 und die zweite Durchführung am Zürcher Seeufer 30 Jahre später setzten wichtige architektonische und politische Zeichen für die Sichtbarkeit und Anerkennung der Arbeit von Frauen. Doch trotz des Publikumserfolgs und der nationalen Strahlkraft blieben die erhofften politischen Veränderungen zunächst aus. Angesichts aktueller Debatten über die Gleichstellung aller Geschlechter, nachhaltige Lebensformen, Care-Arbeit und faire Arbeitsbedingungen stellt sich die Frage, ob es nicht an der Zeit wäre, im Jubiläumsjahr 2028 eine neue SAFFA zu initiieren – eine, die die Realitäten der Gegenwart aufgreift und Visionen für eine solidarische und gemeinwohlorientierte Gesellschaft kreiert.
Viel Anerkennung, kaum Fortschritte
Bei der Premiere stand die gesellschaftliche und wirtschaftliche Bedeutung der Arbeit der Frauen im Vordergrund, verbunden mit der Hoffnung auf Anerkennung ihrer Leistungen. Sowohl die SAFFA 1928 als auch die zweite Ausgabe 1958 wurde vom Dachverein Bund Schweizerischer Frauenvereine in Kooperation mit vielen weiteren Frauenverbänden organisiert.
Feministische Planung
Dieser Text ist der vierte in einer Reihe von Beiträgen rund um das Thema ‹Feministische Planung›. Die bisher erschienenen Artikel finden sich auf: www.hochparterre.ch/feminismus.