Die Zugbrücke
Nach zehn Jahren Planung eröffnete diesen Frühling der Negrellisteig über den Gleisen vor dem Hauptbahnhof Zürich. Projektiert als simpler Steg, ist er jetzt eine alltägliche Attraktion.
Selbstverständlich und unaufgeregt verbindet der Negrellisteg seit diesem Frühling die beiden Seiten der Gleise vor dem Hauptbahnhof Zürich und spannt einen sanften Bogen von der Europaallee zur Zollstrasse. Doch selbstverständlich war die Planung, die mehr als zehn Jahre dauerte, keineswegs. Ursprünglich plante die Stadt 2011 für rund 30 Millionen Franken eine Passerelle für Fussgänger und Velofahrerinnen. Das britisch-französische Team Flint & Neill Limited und Explorations Architecture entwarf dafür eine perforierte Röhre ohne eine einzige Stütze. Doch nach dem Wettbewerb krebste die Stadt zurück. Zu teuer, zu platzfressend. Und überhaupt solle der Veloverkehr künftig durch den leeren Stadttunnel beim Bahnhof gelenkt werden. Also zurück auf Feld eins.
Negrellisteg, 2021
Gustav-Gull-Platz/Zollstrasse, Zürich
Bauherrschaft: SBB Immobilien; Stadt Zürich
Bauherrenunterstützung: dsp Ingenieure + Planer, Uster
Brückenbau und Architektur: Arge Conzett Bronzini Partner, Chur; Diggelmann + Partner, Bern; 10 : 8 Architekten, Zürich
GU Stahlbau und Baumeister: Officine Ghidoni, Riazzino
Beleuchtung: Se Lightmanagement, Spreitenbach
Elektroinstallationen: Baumann Koelliker, Zürich
Liftturm: AS Aufzüge, Wettswil