Der lichtdurchflutete Treppenaufgang.
Der lichtdurchflutete Treppenaufgang.

Die Sorgfalt weitergeführt

Mit dem Umbau des Südtrakts des Bahnhof Zürich-Enge machen Diethelm & Spillmann Architekten die ursprüngliche Raumstruktur der Gebrüder Pfister aus dem Jahr 1927 wieder erlebbar.

Text: Werner Huber
Fotos: Roger Frei
14.04.2021 14:00

Als die Gebrüder Pfister den Bahnhof Zürich Enge planten, verlegten sie alle Unregelmässigkeiten des dreieckigen Grundstücks ins Innere. Mit einem segmentförmigen, von einer Kolonnade gesäumten Platz gaben sie dem 1927 eröffneten Gebäude einen monumentalen Auftritt. Früher hielten in der Enge auch Schnellzüge, und die Reisenden fanden vom Billettverkauf über die Gepäckexpedition bis hin zu einem veritablen Bahnhofbuffet alle Dienstleistungen eines grösseren Bahnhofs vor. Im Nordflügel fanden sogar die Post und eine Ladenpassage Platz. Das Bahnhofbuffet lag im Südflügel und seine Küche befand sich in einem hohen Raum im ersten Stock, wo auch der mit Holz ausgekleidete Gesellschaftsraum lag. Diesen erreichte man über eine von oben belichtete, repräsentative Treppe, die in pfisterscher Manier sorgfältig gestaltet war. Zahlreiche Umbauten beeinträchtigten mit den Jahren die ursprüngliche räumliche Struktur und die sorgfältige Gestaltung.

Bahnhof Zürich Enge, Umbau Südflügel, 2020
Tessinerplatz 12, Zürich
Bauherrschaft: SBB Immobilien, Zürich
Architektur: Diethelm & Spillmann Architekten, Zürich
Bauleitung: Hügi Architekten, Zürich
Kosten (BKP 1 – 5): Fr. 4,3 Mio.