‹Tor Alva› in Mulegns, Graubünden – zwischen Zuckerbäckerromantik und technologischem Fortschritt
‹Tor Alva› in Mulegns, Graubünden – zwischen Zuckerbäckerromantik und technologischem Fortschritt

Der Elfenbeinturm

Digitale Architektur ist technisch hochpräzis, bleibt kulturell jedoch oft an der Oberfläche. Etwa in Mulegns, einem Dorf im Val Surses, wo die Stiftung Origen einen Turm gedruckt hat. Eine Betrachtung.

Text: Axel Simon
Fotos: Stefan Kaiser
03.11.2025 14:00

Surreal. Mehr fällt mir nicht ein. Es ist, als stünde ich vor einer dreidimensionalen Riesenkopie des Bildes, das schon länger durch die Medien geistert: die knochenbleiche Erscheinung eines Turms. Mein drei Jahrzehnte hoch aufgeschichtetes architektonisches Assoziationsgedächtnis streikt. Was, zum Teufel, ist das – ausser «der erste 3-D-gedruckte Turm der Welt»?
 

Tor Alva/Weisser Turm, 2025
Bauherrschaft: Nova Fundaziun Origen, Giovanni Netzer
Architektur: Benjamin Dillenburger (ETHZ DBT), Michael Hansmeyer
Mitarbeit Origen: Torry Trautmann, Rebecca Süderhauf, Philipp Bühler, Sandro Pirovino
Mitarbeit DBT: Ana Anton (Forschungsleitung), Elena Skevaki, Che-Wei Lin, Ming-Yang Wang, Lena Kitani, Su Huang, Konrad Grasser (ZHAW)
Tragwerksplanung: Walter Kaufmann (CSBD), Alexandro Giraldo Soto, Lukas Gebhard, Lucia Licciardello; Conzett Bronzini Partner, Jürg Conzett
Materialforschung: Robert Flatt (PCBM), Timothy Wrangler, Lex Reiter
Geodäsie: Andreas Wieser (CSEG)
Labor für roboter-gestützte Fertigung: Mike Lyrenmann, Philippe Fleischmann, Tobias Hartmann, Lucas Petrus, Jonathan Leu
Planung vor Ort: Invias, Diego Casparin; Anja Diener (Origen)
Bauunternehmen: Zindel + Co. (Zindel United), Nico Russi, Battaglia Bau (Uffer Gruppe), Sascha Pittet
Bauphysik: mk bauphysik, Martin Kant
Gesamtkosten: Fr. 4,4 Mio.

 

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