Das Kulissenspektakel
Die ZSC Lions eröffnen die Spielsaison in ihrem neuen Eishockeystadion. Die Qualität des Entwurfs von Caruso St John liegt jenseits seiner kolossalen Fassade.
Früher benannte man Stadien nach Orten oder nach Sportlegenden. Heute tragen sie Sponsorennamen, vorzugsweise mit dem Zusatz ‹Arena›. Identitätsstiftend ist das kaum, aber es hilft der Vereinskasse. Zürich hat jetzt eine Swiss Life Arena. Sie steht am Stadtrand in Altstetten, zwischen Gleisfeld und Autobahn, Gewerbebauten und Schrebergärten. Fährt man stadteinwärts, sieht man schon von Weitem ihre Silhouette, die an ein überdimensionales Siegerpodest erinnert.
Effizienter Energiefresser
Der Betrieb eines Eishockeystadions ist zwangsläufig energieintensiv. Die Swiss Life Arena deckt einen Teil ihres Strombedarfs mit Photovoltaik auf dem eigenen Dach, der Rest stammt aus erneuerbaren Quellen. Dank eines klugen Energiekonzepts verpufft die Abwärme, die bei der Kühlung der Eisflächen und der Klimatisierung der Raumluft entsteht, nicht ungenutzt: Sie heizt Räume und Brauchwarmwasser. Über den lokalen Energieverbund versorgt sie zudem Haushalte mit Wärme. Im Hinblick auf eine unsichere Energiezukunft dürfte sich der energieeffiziente Betrieb auch ökonomisch als Segen für den Verein erweisen.
Swiss Life Arena, 2022
Vulkanstrasse 130, Zürich
Bauherrschaft: ZSC Arena Immobilien, Zürich
Entwicklung, Gesamtprojektleitung, Bauherrenvertretung: CCTM Real Estate & Infrastructure, Basel
Architektur: Caruso St John, Zürich
Bauingenieure: Ferrari Gartmann, Chur
Landschaftsarchitektur: Antón Landschaft, Zürich
Bauphysik / Akustik: Bakus, Zürich
Haustechnik: Kalt + Halbeisen Ingenieurbüro, Zürich
Controlling Haustechnik: Amstein + Walthert, Bern / Zürich
Elektroplanung: Enerpeak, Dübendorf
Totalunternehmerin: HRS Real Estate, Frauenfeld
Baukosten: 207 Mio. Fr.
