Anmutig schwitzen

Die Architekten Barão Hutter haben im St. Galler Frauenbad eine einfache Saunaanlage errichtet. Der Einbau für dreissig Personen wird getragen von der steten Frage: Wie wenig ist möglich?

Text: Nina Keel
Fotos: Jiří Makovec
06.03.2021 14:00

Die steilen Treppen hoch und durch den Matsch – der Weg gehört dazu, ehe frau den Ort hoch über St. Gallen erreicht. Im Bade- und Naherholungsgebiet Dreilinden liegt das Frauenbad von 1896, das bis heute im Sommer als solches genutzt wird. In dieses haben die Architekten Barão Hutter vergangenen Herbst eine einfache Saunaanlage eingebaut. Ein Dreibockreuter trocknet da kein Heu, sondern dient als Garderobe: Bodenständiges und Edles finden im champagnerfarbenen Entrée, dem ursprünglichen Eingang des Frauenbads, erstmals zusammen. Hier ist es angenehm kühl, bloss eine Wärmelampe heizt den Raum. Es folgt die verglaste ‹Schaltzentrale›, ein warmer, erhöhter Empfangsraum mit elegantem Tresen in Kupfer und Terrazzo. Dieser Raum dient gleichzeitig als Bistro und als Panoptikum mit Blick ins Innere der zweiflügligen Anlage mit ihren abgeschirmten Schwimmbecken.
 

Weiere-Sauna im Frauenbad, 2020
Dreilindenstrasse 50, St. Gallen
Bauherrschaft: Weiere Sauna Genossenschaft, St. Gallen
Architektur: Barão-Hutter, St. Gallen
Auftragsart: Projektwettbewerb auf Einladung, 2017
Gesamtkosten (BKP 1–9): Fr. 1,05 Mio.
Kosten (BKP 2 / m³): Fr. 1500.—