‹EIN FACH›: Die erstrangierten wulf architekten schlagen am Siedlungsrand von Sulgen einen Solitär vor.
‹EIN FACH›: Die erstrangierten wulf architekten schlagen am Siedlungsrand von Sulgen einen Solitär vor.

Solitär statt Campusanlage

Anders als der Name impliziert, entschied die Stiftung Berufsbildungscampus Ostschweiz sich nicht für einen Campus, sondern für einen Solitär. Für die Entwicklung des Orts Sulgen eine verpasste Chance.

Text: Christina Leibundgut
28.11.2023 10:00

Die Berufsbildung basiert auf drei unterschiedlichen Lernorten: der Berufsschule, den Betrieben und den überbetrieblichen Kursen (üK), die die Berufsverbände organisieren. Im Kanton Thurgau finden diese Kurse an 25 verschiedenen Standorten statt. Eine Interessengemeinschaft will diesem Umstand entgegenwirken und künftig gemeinsame Synergien nutzen. Das Grundstück, das eigens für diese Aufgabe eingezont wird, liegt am heterogenen Siedlungsrand im Süden von Sulgen, angrenzend an die Landwirtschaftszone und den Flussraum der Thur – gefühlt weit weg vom malerischen, historischen Dorfkern. Obwohl die öffentliche Hand nicht involviert war, wurde ein professionell organisierter, offener Wettbewerb ausgeschrieben. Das grosse Interesse und Engagement mit 44 Eingaben sprechen für das gute Verfahren. 

Neubau Berufsbildungscampus Ostschweiz, Sulgen
Projektwettbewerb im offenen Verfahren
Aufgabe: Planung und Realisierung eines Campus für überbetriebliche Kurse im Rahmen der berufspraktischen Ausbildung. Am Standort Sulgen sollen die Ausbildungsräume von verschiedenen Berufen und Branchen zusammengefasst werden. Pro Tag werden sich 300 bis 400 Personen auf dem Campus aufhalten. Gesucht war ein robustes konstruktives und räumliches Konzept, das die angestrebte Nutzungsflexibilität ermöglicht und einfach an geänderte Bedürfnisse angepasst und erweitert werden kann.
Veranstalterin: Stiftung Berufsbildungscampus Ostschweiz
Teilnehmer*innen: 44 Teams
Fachjury: Andreas Cukrowicz, Donatus Lauener, Bea Maria Roth, Walter Bieler, Adrian Altenburger
Sachjury: Peter Hochuli, Andreas Opprecht, Gianfranco Triulzi, Roman Vollenweider
Moderation: Werner Messmer, Ueli Wepfer
Jurierung: Juli 2023
– 1. Rang: wulf architekten, Stuttgart
– 2. Rang: Dolmus, Luzern
– 3. Rang: raumfindung architekten, Rapperswil
– 4. Rang: Kuyucu Chau Architekten, Zürich
– 5. Rang: Nimbus Architekten, Zürich

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